Jagd braucht Akzeptanz

Langjährige und verdiente Mitglieder zeichnete die Kreisgruppe Tirschenreuth aus. Im Bild (von links) Präsident Professor Dr. Jürgen Vocke, 2. Bürgermeister Peter Gold, Maria Magdalena Stöckert, Helmut Übelacker, Hermann Lindner, Johann Höpfl, Norbert Fleißner, Vorstandsmitglied Alexandra Stöckert, Axel Freiherr von Stromberg und Vorsitzender Hubert Rustler. (jr) Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
01.04.2015
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Die Frage war rhetorischer Natur: Was wäre, wenn es die Jagd nicht geben würde? "Ein traditionsreicher Kulturträger weniger", meinte Dr. Jürgen Vocke, Chef der bayerischen Jäger. Aber auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Der Präsident des Landesjagdverbandes sah bei der Versammlung der Tirschenreuther Kreisgruppe im Saal des Brauereigasthofes Kühn die Arbeit der Jäger als aktives Bürgerengagement. Und ein Beispiel dafür war auch Kreisvorsitzender Hubert Rustler, der für seine Verdienste mit dem "Ehrenbruch" des Bayerischen Jagdverbandes ausgezeichnet wurde.

2. Bürgermeister Peter Gold dankte den über 280 Jägern der Kreisgruppe für ihre Leistungen draußen in der Natur. "Kommunen sind Partner der Jäger", dankte er für Hege und Pflege. Gold zeigte sich überzeugt, dass die Jäger - nicht zuletzt auch mit hohem finanziellem Aufwand - ihren Anteil an einer funktionierenden Natur haben. "Diese Arbeit leisten sie für die Allgemeinheit."

Hundeobmann Siegfried Herzog berichtete von den Jagdhundkursen. Alle Prüflinge hätten die Brauchbarkeit bestanden. Der Sprecher machte auch deutlich, dass "Jagd ohne Hund schund ist".

Geehrt wurden verdiente Mitglieder der Kreisgruppe. 25 Jahre dabei sind Maria Magdalena Stöckert und Helmut Übelacker. 40 Jahre Dr. Martin Rupprecht, Ulrich Gross und Axel Freiherr von Stromberg. 50 Jahre Mitglied ist Johann Höpfl und schon seit 60 Jahren ist Hermann Lindner dabei. Den Eisenkranz in Bronze des Bayerischen Landesjagdverbandes erhielt Norbert Fleißner, aufgrund seiner jahrzehntelangen vielfältigen Verdienste. Fleißner ist seit 1981 Mitglied des Hegerings Waldsassen, dort aktiver Bläser und in der Jugendarbeit stark engagiert.

Präsident Professor Dr. Jürgen Vocke verwies auf 156 Kreisgruppen im Landesjagdverband mit 46 000 Mitglieder. Alleine im vergangenen Jahr sei die Zahl um 600 Personen gestiegen. Der Sprecher wünschte sich eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Jägern, Fischern, Imkern und den Landwirten. "Unsere Jagd ist unglaublich vielseitig."

Jäger leisten nach Vockes Worten viel für die Gesellschaft. Dies müsste mehr anerkannt werden. "Unserem Wald geht es gut wie schon lange nicht mehr, auch weil wir Jäger gut gewirtschaftet und unseren Anteil an Hege und Pflege leisten." Alleine im vergangenen Jahr seien 68 679 Wildschweine und 304 000 Rehe geschossen worden. Erneut sprach sich der Präsident für Bejagungsschneisen aus. "Da muss uns die Landwirtschaft entgegen kommen. Wir müssen schließlich sehen können, was wir schießen." Die Jagd brauche die Akzeptanz der Bevölkerung. "Nur dann hat sie auch eine Zukunft."

Der Präsident, eigentlich ein Gegner von Nachtzielgeräten, konnte sich eine Zulassung nur in bestimmten Notgebieten vorstellen. Letztlich entscheiden könne dies nur das Bundeskriminalamt. Ausdrücklich bat Vocke, das bestehende Waffengesetz nicht anzufassen. "Jäger kommen ihrer Verantwortung nach, in dem sie ihre Jagdausübung streng waid- und tierschutzgerecht ausüben."
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