Kämpferische Predigt von Monsignore Dr. Florian Kolfhaus bei der 339. Wallfahrt - Voll besetzte ...
"Mit Fleisch und dem Blut Gottes erkauft"

In Konzelebration feierte der Monsignore Dr. Florian Kolfhaus (Mitte) die 339. Wallfahrt "Zur lieben Frau von Tirschenreuth". Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
16.07.2015
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Einen sehr kämpferischen und sehr emotionalen Wallfahrtsführer und Prediger konnte Stadtpfarrer Georg Flierl für die 339. Wallfahrt zur "lieben Frau von Tirschenreuth" am Monatsdreizehnten gewinnen. Der 41-jährige gebürtige Straubinger, Dr. Florian Kolfhaus, aktuell im vatikanischen Staatssekretariat beschäftigt, betonte, "wir sind mit dem Fleisch und dem Blut Gottes erkauft". Gesanglich wurde der Gottesdienst vom Männergesangverein Tirschenreuth, begleitet von Werner Fritsch an der Orgel, umrahmt.

Zu Beginn der 339. Monatswallfahrt betonte der Monsignore, dass er gerne seinen Heimaturlaub für die Tirschenreuther Stippvisite unterbrochen habe, denn "dahoam is dahoam", zudem freue er sich über eine voll besetzte Pfarrkirche. Stadtpfarrer Georg Flierl verwies auf die Gebetsanliegen, unter andern für die Flüchtlinge und Asylbewerber, gerade auch sie bräuchten Zuspruch und Unterstützung.

In seiner sehr kämpferischen Predigt ging der Monsignore zunächst auf den Film "Les Miserables" ein, wo ein Mann um das Überleben kämpft und deshalb zum Dieb wird. Dafür musste er zehn Jahre in ein Arbeitslager. Einem Pfarrer, der ihn danach aufnimmt, klaut der Mann das Tafessilber und wird erneut verhaftet. Doch der Priester bewahrt ihn vor dem Gefängnis, in dem er behauptet, das Silber sei ein Geschenk. "Mit diesem Silber habe ich dich gekauft, jetzt musst du ein guter Mensch sein", wendet sich der Pfarrer an den Dieb. Dieses sage Gott auch zu jeden Einzelnen von uns, denn er habe für uns Menschen seinen Sohn hingegeben: "Jetzt musst du ein guter Christ, ein guter Katholik sein". Monsignore Dr. Florian Kolfhaus: "Wir sind gekauft mit dem Blut von Gottes Sohn".

In seiner Predigt ging er auf die Marienerscheinung vor 98 Jahren in Fatima ein, als Maria den drei Kindern einen Blick in die Hölle werfen ließ. Die Erkenntnis daraus, so der Prediger: "Niemand geht verloren, der sich an Jesus und Maria bindet. Wir Christen erkennen, dass Jesus uns gerettet hat und uns bewahrt. Dies müssten wir verstehen." Maria habe uns ihren Sohn geschenkt. Deshalb müssten wir Maria verstehen und erkennen, was geschehen sei. Denn dann würden wir erkennen, das Christus nicht umsonst für uns gestorben ist, "sondern, dass wir dafür in den Himmel kommen".

Brauchen mehr Heilige

Die aktuelle Krise der Kirche, der schwindende Kirchenbesuch, "was zu meiner Freude hier in Tirschenreuth nicht der Fall ist", sei vor allem auf die "Lauheit" der Katholiken zurück zu führen. Alles was die Kirche gegen die Krisen in der Welt tun könne sei klar: "Wir brauchen wieder mehr Heilige. Denn die Heiligkeit ist die Erfüllung, Gott liebt uns". Es liege an jedem Einzelnen, heilig zu werden, jeder könne dies erreichen. Dafür müsse man aber auch was tun, deshalb "beten wir den Rosenkranz in der Überzeugung, in Liebe zu Christus und Maria". Der Monsignore abschließend, "von jetzt an, musst du ein guter Mensch, ein guter Katholik, ein Heiliger sein". Spontaner Applaus belohnte den Geistlichen für seine kämpferische Predigt.

Nach dem Wallfahrtsgottesdienst fand ein kurze Lichterprozession mit der Marienstatue um den Marktplatz statt, ehe im Anschluss daran die Pfarrei in Erinnerung an den 85. Geburtstag des ehemaligen Stadtpfarrers Georg Maria Witt zu einem kleinen Beisammensein einlud.
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