Kein Landwirt arbeitslos

Über die vielfältigen Perspektiven einer landwirtschaftlichen Ausbildung informierten sich die interessierten Zuhörer im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
07.04.2015
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Moderne Landwirtschaft ist mehr als Kühe melken oder Schweine züchten. Der Beruf Bauer birgt Perspektiven - nicht nur für Hoferben.

Das Interesse war wieder enorm bei der Informationsveranstaltung zur landwirtschaftlichen Ausbildung im Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Behördenleiter Wolfgang Wenisch konnte über 50 interessierte Eltern und Jugendliche begrüßen. Immer mehr junge Frauen entscheiden sich für diesen Beruf.

Nicht nur Hofnachfolger hätten mit einer landwirtschaftlichen Lehre die Möglichkeit, sich auf die spätere Betriebsübernahme vorzubereiten. Die Ausbildung in einem Agrarberuf könne auch die erforderlich Qualifikation für eine Tätigkeit im landwirtschaftlichen Dienstleistungsbereich sei. "Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Landwirten ist groß, die Berufsaussichten außerhalb des elterlichen Betriebes hervorragend."

Bildungsberater Wolfgang Denk informierte über den Ablauf der dreijährigen Ausbildung. Nach der Haupt- oder Realschule schließt sich ein Vollzeitschuljahr (Berufsgrundschuljahr) an. Hierbei wird besonderer Wert auf die praktischen Grundlagen gelegt. Danach folgt eine zweijährige Lehre auf einem anerkannten Ausbildungsbetrieb. Einmal in der Woche geht es in die Berufsschule. Das Berufsbildungsamt rundet mit Lehrgängen und Schulungstagen die Ausbildung ab. Der stellvertretende Leiter der Berufsschule Neustadt/WN, Reiner Butz, und der Berufschullehrer Franz Josef Baeck schilderten die Lerninhalte in der zweijährigen Fachstufe, wo grundlegende Fertigkeiten in Landtechnik, Tier- und Pflanzenproduktion vermittelt werden, bevor die Gehilfenprüfung ansteht.

Landwirtschaftsmeisterin Stefanie Mark aus Pilmersreuth/Straße berichtete über ihre Ausbildung. Dabei betonte sie, dass gerade die Fremdlehre wertvolle Erfahrungen bringe. "Die sind nicht nur aus fachlicher, sondern vor allem aus menschlicher Sicht unersetzlich." Daniel Schübel aus Wölsau schilderte den Ablauf des Berufsgrundschuljahres. Bildungsberater Wolfgang Denk ergänzte, dass die genannten Abschlüsse nicht nur eine optimale Ausbildung als landwirtschaftlicher Betriebsleiter bieten, sondern oft den Einstieg in eine Tätigkeit im landwirtschaftlichen Dienstleistungsbereich ermöglichten. Ebenso die Technikerschule. Beide Wege könnten sogar bis zur Hochschulreife führen.

Anschließend schilderte der stellvertretende Vorsitzende Bernhard Bäuml vom Maschinen- und Betriebshilfsring Tirschenreuth die Möglichkeiten, als Betriebshelfer oder Dienstleistungsanbieter aufzutreten. Arbeitskräfte mit der sehr vielseitig angelegten landwirtschaftlichen Ausbildung hätten auf dem Arbeitsmarkt immer sehr gute Aussichten. Stellvertretender Kreisobmann Martin Härtl machte den Berufsanfängern Mut. "Für die erfolgreiche Bewirtschaftung der bäuerlichen Familienbetriebe sind ausgebildete Fachkräfte notwendig."

Franz Lahm von der Agentur für Arbeit stellte die verschiedensten Hilfen und Förderungsmöglichkeiten seiner Institution für die landwirtschaftlichen Auszubildenden vor. Nach seinen Erfahrungen gibt es keine arbeitslosen Landwirte, er kann im Gegenteil die Nachfragen nach vielseitig talentierten und ausgebildeten Landwirten oft nicht decken.

Wer sich für die Ausbildung interessiert, kann sich mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth, (09631/7988-122) oder mit Wolfgang Denk (0961/3007-37) in Verbindung setzen.
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