Kein Spaß mit Spielplatz

Lokales
Tirschenreuth
28.09.2015
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Der Vorgang ist nicht neu, bleibt aber ein Ärgernis: Bauvorhaben sind längst schon ausgeführt, bevor der Antrag bei der Stadt landet. Am Mittwoch segnete der Bauausschuss nachträglich einen Kinder- und Abenteuerspielplatz ab.

Ein ungewöhnliches Bauvorhaben leitete am Mittwoch die Sitzung des Ausschusses für Bau- und Umweltwesen, Stadtentwicklung und Stadtplanung ein. Am Lindenweg soll auf privatem Grund ein "Kinder- und Abenteuerspielplatz mit wettergeschütztem Sandkasten mit Stockbrotofen und Kletterwand" entstehen.

So zumindest steht es im Bauantrag. Doch hat die Realität das Ansinnen längst eingeholt. "Das ist ein Schwarzbau", urteilte deshalb Dr. Alfred Scheidler (CSU) und war in seinem Gerechtigkeitsempfinden massiv gestört. Dabei ergriff der CSU-Mann Partei für alle diejenigen, die sich an geltendes Recht halten. Scheidler wusste auch, dass entsprechende Vorhaben eigentlich "verfahrensfrei" wären, ausgenommen Gebäude. Und das wäre eben hier der Fall.

Kein Bauplatz

Zudem hätte der Antragsteller schon einmal versucht, an der Stelle ein Bauvorhaben zu verwirklichen. Nachdem es sich bei der Fläche nicht um einen Bauplatz handelt, hätte das Gremium dieses Ansinnen mehrheitlich abgelehnt.

"Damals wollte der Antragsteller ein Wohngebäude errichten", erinnerte Stahl. Das sei richtigerweise abgelehnt worden. Doch mit dem Nebengebäude hatte der Bürgermeister keine Probleme. Freilich könnte man vom Vorgehen her "Bauweh" haben, bestätigte das Stadtoberhaupt. Hans Zölch (Freie Wähler) beugte sich ebenfalls den Tatsachen: "Wir dürfen oft hinterher genehmigen. Das ist nicht das erste Mal!" Konrad Zant (CSU) wollte das Prozedere "gelten lassen", zumal der Spielplatz nicht einsehbar sei.

Peter Gold war skeptisch. "Kann daraus was anderes werden", fragte der CSU-Mann nach. Franz Stahl versicherte, dass auf diesem "Nicht-Baugrundstück" aus dem Nebengebäude kein Wohnhaus werden dürfte. Gegen die Stimmen von Dr. Alfred Scheidler und Peter Gold wurde dann der Spielplatz genehmigt.

Fundament schon fertig

Ein weiteres Beispiel erlebte das Gremium mit einem Carport am Klenauer Weg. Der steht zwar noch nicht komplett, doch die Fundamente sind schon errichtet. Hier störte das Gremium, dass der Carport direkt an den Gehsteig anschließt. Mit der Genehmigung wurde deshalb die Aufforderung verbunden, den Bau etwas in das Grundstück hinein zu rücken.
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