Kinderstube aus Kunststoffbürsten

Rechtzeitig vor Beginn der Laichzeit der Zander im April wurden die künstlichen Laichhilfen im Oberen Teich des Fischhof-Parks eingebracht. Die Kunststoffbürsten, die aus der Koi-Karpfen-Zucht stammen, werden nicht von Grasfischen aufgefressen. Einige Graskarpfen wurden vor Beginn der Gartenschau in den Teich eingesetzt, um bestimmte Wasserpflanzen in Schach zu halten. Bilder: Grüner (2)
Lokales
Tirschenreuth
28.03.2015
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Weil unter Wasser nur noch selten das richtige Gras wächst, greift der Fischereiverein Stiftland den Zandern im Teich im Fischhof-Park mit künstlichen Wochenbetten und Kinderhorten unter die Flossen. Die Laichhilfen haben sich bereits bestens bewährt.

Es war so eine Art Initialzündung: Die beiden Vorsitzenden des Fischereivereins Stiftland, Robert Eisenmann und Klaus Höfler, hörten bei einer Tagung des Fischereiverbandes Oberpfalz von den Erfolgen, die der Kreisfischereiverein Kelheim mit seinen Zanderlaichhilfen verzeichnet. Auf beeindruckenden Unterwasseraufnahmen war zu sehen, wie die Fische ihre Eier dort hineinlegten und anschließend die Brut bewachten.

Einfache Konstruktion

"Das probieren wir aus", waren sich Eisenmann und Höfler einig. Die Konstruktion ist gar nicht kompliziert und kommt aus der Koi-Karpfen-Zucht. Dort sind schon lange sogenannte Laichbürsten im Einsatz. Dabei handelt es sich um Kunststoffbürsten, die aussehen wie überdimensionale Flaschenreiniger oder solche, wie sie in Autowaschanlagen Verwendung finden. Robert Eisenmann ging ans Werk und googelte nach den entsprechenden Teilen, wurde fündig und bestellte. Mit Markus Zeitler fand er ein Vereinsmitglied, das bestens im Metallbau Bescheid weiß. Zeitler baute zwei 1,30 mal 1 Meter große Rahmen aus Aluminium, in denen die jeweils neun Bürsten senkrecht stehen.

Dank zollt in diesem Zusammenhang der Fischerei-Vereinsvorsitzende der Mitterteicher Firma Forster, die die etwa 150 Euro teure Anschaffung gesponsert hat. Von April bis in den Juni hinein laichen die Zander. Mitte Mai will der FVS eine erste Bestandsaufnahme machen. Schon vor zwei Jahren hat der Verein den neuen Stadtteich mit Fischen besetzt, darunter eben auch Zander, die jetzt laichreif sind. Ab kommendem Jahr dürfen Mitglieder des FVS das Gewässer mit Spezial-Erlaubnisscheinen befischen.

Um die Laichhilfen an den richtigen Stellen im Stadtteich zu versenken, waren einige Mitglieder der Jugendgruppe zusammen mit Jugendleiter Markus Schultes zum Arbeitseinsatz gekommen. Verstärkt wurden sie von Mitgliedern der Tirschenreuther Jugendfeuerwehr, die Kommandant Harald Birner mit dem Bus zum Einsatzort brachte. Im Schlepptau hatten die Feuerwehrler das wichtigste Teil und für die Maßnahme unabdingbare Gerät dabei - ein Aluminiumboot, das dem Katastrophenschutz gehört.

Damit ruderten die jungen Feuerwehrmänner die Jungangler mit den Laichhilfen zu den Stellen, wo die künstlichen "Wasserpflanzen" versenkt werden sollten. Dank der perfekten Vorbereitungen dauerte der Einsatz gerade Mal eine halbe Stunde. Für die sechs Helfer der Feuerwehr und die zehn Angler hatte Berthold Brunner eine Brotzeit spendiert.

Laut Harald Birner war das Boot erst das zweite Mal im Einsatz. Vor zwei Wochen war in einem Teich nahe der Himmelsleiter ein Hund ins Eis eingebrochen. Mit dem Boot war die Rettung des Vierbeiners kein Problem.
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