Kleine nicht schwach auf der Brust

Mehr als verdoppelt hat sich in einem Jahr die Zahl der Elektroautos. Freilich sind es immer noch sehr wenige Fahrzeug, die im Landkreis mit Strom betankt werden.
Lokales
Tirschenreuth
17.08.2015
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In Punkto Attraktivität sind sich die Experten nicht einig. Zumindest bei Autos! Klein und wendig kann durchaus schön sein. Im Landkreis verzeichnen die "Kleinen" einen Zuwachs.

Wenn's um die Größe geht, die Autos "sexy" macht, sind sich Gerd Lottsiepen, der Sprecher des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und Matthias Wissmann, Präsident der Deutschen Automobilhersteller nicht einig. Lottsiepen ist für klein und weniger Pferde unter der Haube, 137 PS in deutschen Autos sind ihm zu viel. Wissmann meint dagegen: "Die Menschen wollen keine rollende Verzichtserklärung".

21 Elektroautos

Und die Menschen im Kreis Tirschenreuth? Hier zeigt der Blick auf den Motor unter der Haube des oder der häuslichen Pkw: Die "Dicken" sind in der Minderheit; die Kleinen aber auch nicht der Renner: 11,6 Prozent der Personenwagen im Kreis Tirschenreuth haben einen Motor mit mehr als zwei Litern Hubraum. 35,7 Prozent sind mit Motoren unter 1,4 Litern unterwegs. Der Rest liegt dazwischen und damit in der Klasse zwischen 1400 und 1999. Ganz ohne Hubraum kommen nach den Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes, die diesem Vergleich zugrunde liegen, 21 Autos aus. Sie fahren mit Strom.

Das Goggomobil wird gerade 60, die Internationale Automobilausstellung (IAA) rüstet für den September. Der Verkaufsschlager der 50er-Jahre (rund 284 000-mal gebaut), wäre heutzutage nur ein Lacherfolg: BMW, die zuletzt die Goggos gebaut haben, wird den neuen 7er vorstellen. Da wird der Jubilar womöglich in den Kofferraum passen. Aber zu welchen Motorgrößen geht der Trend? Im Kreis Tirschenreuth nahm die Zahl der Autos mit Motoren unter 1,4-Liter von 2014 auf 2015 um 476 zu. Macht 16 412 Pkw. In der Klasse 1400 bis 1699 Kubik sank die Zahl der Fahrzeuge um 157. Damit liegt deren Zahl bei 24 264 Pkw. Bei den Autos mit mehr als zwei Litern gab es im Kreis Tirschenreuth einen Anstieg um 106 Fahrzeuge. Bestand: 5322 Fahrzeuge.

Wobei aber kleine Motoren nicht automatisch schwach auf der Brust sein müssen. Miniraketen haben fast alle Hersteller im Programm, Ford beispielsweise einen 1,0-Liter-EcoBoost-Motor für den Fiesta. Der schnuppert mit seinen 125 PS und Spitze 196 an der 200 km/h-Marke (wenn kein Stau ist). Und es ist auch nicht so, dass ein kleiner Motor automatisch auch der umweltfreundlichere ist. Denn Fahrer oder Fahrerin spielen hier eine entscheidende Rolle: Verbrauch hängt immer von der Drehzahl ab,

Wie zu Goggo-Zeiten

Im Grunde ist immer noch alles wie zu Goggo-Zeiten: Das schluckte 4,3 bis 4,5 Liter auf 100 Kilometer. Das tut der Fiesta auch. Allerdings komfortabler und in einer ganz anderen Sicherheitsklasse. Beide blasen auch die gleiche Menge Kohlendioxid in die Luft. Denn der Kohlendioxidausstoß wird aus dem Spritverbrauch errechnet. Die Formel für Benziner: 23,7 x Verbrauchswert. Diese Multiplikation ergibt den Wert in Gramm je Kilometer. Für Diesel gilt: 26,5 x Verbrauchswert. Der höhere Faktor rührt daher, dass Dieseltreibstoff mehr Kohlendioxid produziert.

Aber will jemand zurück in die 50er? Da war Autofahren ein Privileg der Einkommensstarken. Deswegen wurde das Goggo erfunden, damit auch Normalverdiener hinfahren konnten, wo sie wollten. Das machte damals Goggos sexy. Heute haben im Kreis Tirschenreuth 1000 Menschen (vom Baby bis Ü100) 627 Pkw.
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