Kleine Tafeln gegen Vergessen

Lokales
Tirschenreuth
15.07.2015
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Viele Plätze im Ort erinnern an bekannte "Söhne" und "Töchter" der Stadt. Doch wer kennt sie noch? Harald Fähnrich möchte das mit kleinen Erinnerungstafeln ändern. Ein Anfang ist mit Maurus Fuchs bereits gemacht.

Es ist eine Neuerung, die kleine Gedenktafel für den bedeutenden Kirchenmaler Maurus Fuchs (1771-1848) an seiner Wohnstätte, heute ein Geschäftshaus. Es gehört dem Ehepaar Karin und Anton Schmidkonz. Beide sind stolz, dass in ihrem Haus eine der bedeutendsten Persönlichkeit der Stadt lebte. "Selbstverständlich bringen wir eine Tafel an." Denn der Tirschenreuther Maurus Fuchs geriet bald in Vergessenheit. Weil er als Kirchenmaler die längste Zeit auswärts arbeitete, hatte er nur Bindungen zu seinen Angehörigen und wenig Freunden.

Mehr Selbstbewusstsein

Nach den Vorstellungen von Harald Fähnrich könnten Informationstafeln an Persönlichkeiten der Stadt erinnern, aber auch besondere historische Örtlichkeiten erläutern. So fehle etwa der Hintergrund bei den uralten Hausnamen am Marktplatz oder den wichtigen Straßennamen (ab 1951) wie Unnaplatz, Hochwartstraße. Kurztexte darüber würde "Selbstverständnis und Selbstbewusstsein" (Bürgermeister Stahl) weiter stärken. Und zwar "auf Schritt und Tritt" für Bürger und Gäste. "Straßennamen sind ein Aspekt unserer Kulturgeschichte", weiß Fähnrich. Solch öffentliche Hinweis könnten aber auch den Anrainern ein kleines "Aha-Erlebnis" vermitteln. Wer bringt den Maximilianplatz mit der Feuersbrunst von 1814 in Verbindung?

In einiger Zeit wird die nachwachsende Generation den Kopf schütteln über die "Bahnhofstraße". Sind wir nicht verpflichtet, dass Kulturgeschichte und prägende Geschichtsmomente wenigstens in Stichworten öffentlich erfasst werden? Zu denken wäre die Kennzeichnung historischer Orte, wie etwa der Rest der restaurierten Stadtmauer. Wünschenswert wären für Fähnrich solch dezente Tafeln etwa für das Haus, wo die Weltfirma Hamm gegründet wurde oder am Elternhaus vom Chronisten Ludwig Mehler. Ihm, gestorben 1816, gilt 2016 eine würdige Erinnerung.
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