Knapp 150 Kilo Müll pro Nase

10 Kilogramm weniger Restmüll als der durchschnittliche Oberpfälzer produziert jeder Landkreisbürger. Aus Haushalten und Kleingewerbe-Betrieben kommen im Schnitt 150 Kilo pro Jahr zusammen. Bild: as
Lokales
Tirschenreuth
24.03.2015
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Das eher unappetitliche Thema war wie immer sauber aufbereitet. In Sachen Müllbeseitigung hat der Landkreis seine Hausaufgaben gemacht. Das Schönste an der Jahresstatistik für die Bürger: Die Müllgebühren bleiben stabil.

"Nach zweifacher Senkung sind die Gebühren seit 2009 konstant", bilanzierte Peter Förster im Ausschuss für Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Energie. In Vertretung der erkrankten Jutta Goossens, die für das weite Feld der Haushaltsabfälle zuständig ist, erläuterte der Leiter der Deponie Steinmühle die jüngsten Entwicklungen.

So haben sich die Restmüllmengen insgesamt in den vergangenen Jahren kaum verändert. Jeder Landkreisbürger verursacht demnach im Schnitt knapp 131 Kilo Abfall. Zusammen mit 18,5 Kilo Sperrmüll pro Person ergibt das rund 149,5 Kilo Müll. "Damit liegen wir etwas über dem Durchschnitt ländlicher Gebiete", sagte Förster. Allerdings ist jeder statistisch betrachtete Oberpfälzer mit gut 160 Kilo dabei, bayernweit sind es sogar 162 Kilo pro Bürger.

Seit 2007 sind die Gebühren für die neuen 60-Liter-Restmülltonnen identisch mit den Gebühren für das Auslaufmodell 50-Liter-Tonne. Das hat nach Einschätzung des Deponieleiters zu einer sprunghaften Erhöhung des abgefahrenen Gesamtvolumens geführt: "Wenn man größere Behälter anbietet, werfen die Leute erfahrungsgemäß auch mehr rein." Dazu passt, dass sich die Zahl der verkauften Restmüllsäcke von über 36 000 auf 33 500 reduziert hat.

Seit Jahren recht stabil ist die Sperrmüllmenge. Nur 2006 waren es über 30 000 Kubikmeter, seitdem knapp darunter. "Sehr bewährt hat sich die Direktannahme auf der Deponie Steinmühle", erklärte Peter Förster. Etwa ein Drittel des gesamten Sperrmülls kommt schon auf diesem Weg auf die Deponie, der Rest wird auf Anforderung vom Entsorgungsunternehmen abgeholt. Hier hatte Kreisrätin Sybille Bayer ein Kompliment parat: "Anfangs waren wir kritisch gegenüber Sperrmüll auf Abruf. Aber die lassen nichts liegen, das Grundstück ist hinterher viel sauberer als früher nach den festen Abholterminen zwei Mal im Jahr."

Die gesammelte Papiermenge im Landkreis ist mit 5755 Tonnen fast identisch mit dem Ergebnis vor zehn Jahren. Pro Einwohner ergibt das rund 78 Kilo, die jährlich in den grünen Wertstofftonnen landen. Recht konstant ist das Sammelergebnis auch beim Altglas. Hier fielen insgesamt 1580 Tonnen an, knapp 22 Kilo pro Landkreisbürger. Beim Weißblech sind es 198 Tonnen (2,7 Kilo).

Eine leicht steigende Tendenz ist beim Gelben Sack zu vermelden, der im Auftrag des Dualen Systems abgefahren wird. Die gesammelten Verkaufsverpackungen ergaben 2014 insgesamt 1600 Tonnen. Rund 20 Prozent davon waren nicht zu verwerten. Der Sortierrest lag in früheren Jahren allerdings auch schon bei 40 Prozent. Jeder Einwohner des Landkreises Tirschenreuth wirft laut Statistik 22 Kilo Verpackungsmaterial oder das, was er dafür hält, pro Jahr in den Gelben Sack.

Für die Sammlung von Problemabfällen wie Chemikalien oder Arzneimittel aus Haushalten hat sich das Umweltmobil des Landkreises bewährt, wie Peter Förster erläuterte. Aber auch die neue Möglichkeit, umweltgefährliche Stoffe einmal im Monat direkt in Steinmühle anzuliefern, werde gut angenommen. Immerhin rechnet der Landkreis 2014 mit 18 Tonnen Problemabfällen, von denen 2 Tonnen wiederverwertet und 16 Tonnen entsorgt werden.
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