"Können uns nur verbessern"

Die Stühle im Landratsamt reichten kaum aus für die Feuerwehr-Kommandanten, Bürgermeister und Kreisräte. Bild: as
Lokales
Tirschenreuth
11.02.2015
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Keine hitzigen Wortgefechte, dafür viele Argumente und Informationen: In sachlicher Atmosphäre ging die von vielen Feuerwehrleuten lange erwartete Besprechung über die Bühne. Einziges Thema war die Verlegung der Atemschutzübungsstrecke nach Neuhaus.

Landrat Wolfgang Lippert nahm gleich mal den Zeitdruck aus der Debatte: "Entschieden ist noch gar nichts. Ich werde das dem Kreisausschuss vorlegen, wenn ich genauere Zahlen habe." Einen ersten Anhaltspunkt, welche Kosten auf den Kreis zukommen könnten bei einer Beteiligung am Übungszentrum der Neustädter in Neuhaus, nannte er am Dienstagabend: etwa 30 000 Euro im Jahr Miete.

Diese Zahl stellte der Landrat den 920 000 Euro gegenüber, die von der Stadt Tirschenreuth für einen Neubau genannt wurde. Mindestens diese Summe sei fällig, wenn der Landkreis die Übungsstrecke alleine übernehmen würde. "Ich wüsste nicht, wie ich diese Million aus dem Haushalt herauskratzen soll", verwies Lippert auf die angespannte Finanzlage.

Zum einen seien die Stabilisierungshilfen an Sparauflagen gebunden. Zum anderen habe der Prüfungsverband, der die Finanzen des Landkreises unter die Lupe genommen hat, deutlich auf die Notwendigkeit interkommunaler Zusammenarbeit hingewiesen. "Und eine bessere, zielführendere Zusammenarbeit von drei Gebietskörperschaften kann ich mir nicht vorstellen", verteidigte Lippert die gemeinsame Übungsstrecke.

Rund 900 Atemschutz-Geräteträger aus dem Landkreis Neustadt und 100 von der Stadtfeuerwehr Weiden sollen demnächst in einer bereits bestehenden Halle im Industriegebiet Neuhaus üben. Wenn es nach Landrat Wolfgang Lippert geht, wäre das auch für die rund 500 speziell ausgebildeten Feuerwehrleute aus dem Landkreis die beste Lösung. Kreisbrandrat Franz Arnold schickte eins vorweg: "Auch mir wäre es lieber gewesen, wenn die Strecke in Tirschenreuth bleibt. Aber wir müssen für die nächsten 20, 30 Jahre planen."

"Überlegt euch das"

Für Neuhaus spreche nicht nur das Kostenargument, sondern auch die Lage an der Autobahn und das großzügige Platzangebot. Die Feuerwehren könnten ein gemeinsames Zentrallager für Hilfsgüter wie Ölbindemittel und Löschschaum lagern. Die moderne Ausstattung ermögliche auch eine ganz andere Qualität der Übungen. "Überlegt euch das. Wer weiß, ob sich so eine Gelegenheit noch einmal bietet. Wir können uns nur verbessern."

Eins stellte der Kreisbrandrat auch klar: "Die Pflege der Atemschutzgeräte ist etwas anderes. Wer jetzt schon nach Marktredwitz oder Bayreuth geht, kann das auch weiter tun." Das sei mit den Kommunen abzurechnen. Aber die Atemschutzstrecke sei Aufgabe des Landkreises: "Wir werden das durchziehen."

Keine vergleichbare Halle

Zur Besprechung waren neben den Kommandanten auch die dazugehörigen Bürgermeister und der Kreisausschuss eingeladen. Roland Grillmeier, CSU-Kreisrat und Bürgermeister von Mitterteich, hielt die gemeinsame Lösung mit Neustadt für gut. Man habe durchaus nach einer vergleichbaren Halle in zentraler Lage im Landkreis Tirschenreuth gesucht. "Aber so etwas gibt es bei uns nicht."
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