Konstituierende Sitzung des Naturschutzbeirates
Die Natur nicht opfern

Zur konstituierenden Sitzung traf sich der neue Naturschutzbeirat des Landkreises. Dabei wurden mit Hans Meißner und Michael Hautmann zwei verdiente Beiratsmitglieder verabschiedet. Unser Bild zeigt (von links) Robert Eisenmann, Thomas Beer, Oberregierungsrätin Regina Kestel, Ursula Schimmel, Michael Hautmann, Jörg Hacker, Hans Meißner, Harald Hertel, Birgit Üblacker, Landrat Wolfgang Lippert, Gerhard Schneider und Heribert Johannes Bradtka. Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
20.11.2014
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Nicht kleckern, klotzen: Mit einem 60 bis 70 Hektar großen Gewerbegebiet an der A 93 soll der Großindustrie eine Ansiedlung im Landkreis schmackhaft gemacht werden. Es gibt allerdings noch ein paar Steine, die erst aus dem Weg geräumt werden müssen.

Für Landrat Wolfgang Lippert ist die konzertierte Aktion der Städte Waldsassen und Mitterteich und des Marktes Wiesau eine einmalige Chance. "Der Landkreis wird dieses Vorhaben wohlwollend unterstützen", kündigte er in der konstituierenden Sitzung des Naturschutzbeirates an.

Allerdings wusste der Landrat auch: "Dieses Gewerbegebiet kommt nur, wenn auch alle dahinter stehen." Der Waldsassener Forstbetriebsleiter Gerhard Schneider sprach von 60 bis 70 Hektar Flächen im Staatswald, die dafür benötigt werden. "Davon bin ich nicht gerade begeistert, auch weil dies für uns eine sehr wertvolle Flächen sind." Letztlich entscheiden müsse der Freistaat Bayern, ob er dieses Gelände zur Verfügung stelle oder nicht. Schneider betonte, dass diesbezügliche Gespräche noch laufen.

Alternativen geprüft

Harald Hertel schlug ein Raumordnungsverfahren für dieses ehrgeizige Projekt vor. Der Landrat machte deutlich, dass sehr wohl auch Alternativen geprüft worden seien. Letztlich sei aber nur die jetzt vorgesehen Fläche geeignet. Lippert betonte: "Mir ist es ein Anliegen, dass die Natur zu ihrem Recht kommt. Aber wenn ein solches Gewerbegebiet möglich ist, dann bringt es den Landkreis auch nach vorne."

Dass ihm die Arbeit des Naturschutzbeirates sehr wichtig ist, hatte Lippert schon in der Begrüßung deutlich gemacht. "Dieses Gremium ist eine ganz wichtige Einrichtung, auch für mich als Landrat." Eindringlich appellierte er an die Mitglieder: "Wir dürfen unser Juwel, unsere Natur, nicht opfern."

Mitglieder verabschiedet

Bei der Sitzung im Landratsamt wurden die ausgeschiedenen Mitglieder offiziell verabschiedet. Je einen Landkreisbierkrug erhielten Hans Meißner (fünf Jahre), Hubert Rustler und Franz Kühn (beide zehn Jahre) und Michael Hautmann (15 Jahre). Der 9. Amtsperiode des Naturschutzbeirates (2014 bis 2019) gehören Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg (Vertreter Gerhard Schneider), Harald Hertel (Vertreter Jörg Hacker), Robert Eisenmann (Vertreter Thomas Beer), Ursula Schimmel (Vertreter Heribert Johannes Bradtka) und Gregor Zölch (Vertreter Ely Eibisch) an.

Lippert berichtete von der Arbeit in den vergangenen fünf Jahren. Dabei ging es vor allem um Änderungen an Landschaftsschutzgebieten, Naturdenkmalen und Artenschutz. Am intensivsten, so der Landrat, wurden Anträge auf Herausnahme von Flächen aus bestehenden Schutzgebieten sowie Vorrangflächen für Windkraftanlagen diskutiert.
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