Krankenhaus spielt in neuer Liga

Grund zur Freude haben (von links) Pflegedienstleiterin Claudia Kost, Professor Rudolf Ascherl und Regionalleiter Christian Stadler. Seit Ascherl in seiner Heimatstadt praktiziert, folgen ihm Patienten von weit her. Bild: tr
Lokales
Tirschenreuth
14.07.2015
128
0

Wie finde ich den besten Arzt? Die Frage stellt sich jeder, bei dem ein komplizierter Eingriff bevorsteht. Die "Focus"-Bestenliste hilft da weiter. In der neuesten Ausgabe sind Professor Rudolf Ascherl und das Krankenhaus Tirschenreuth gleich zweimal erwähnt.

In seiner Serie "Topmediziner" beleuchtet das Nachrichtenmagazin etwa alle zwei Jahre die deutsche Krankenhauslandschaft. Jüngst befasste es sich auch mit den Spezialisten, die 2015 im Bereich Unfall- und orthopädische Chirurgie am OP-Tisch stehen. Einer, der in der Best-of-Liste rangiert, ist Professor Dr. Rudolf Ascherl, Endoprothetik-Spezialist im Krankenhaus Tirschenreuth.

Stammplatz

Seit 20 Jahren, so lange gibt es die Aufstellung, hat Ascherl darin seinen Stammplatz. "Um in die Hitliste der Elite aufgenommen zu werden, muss man überdurchschnittlich oft von Kollegen, Patienten, Patientenorganisationen, Kliniken, Fachverbänden und Berufsorganisationen empfohlen worden sein", weiß der Professor.

Meist würden darin Kollegen in großen Zentren berücksichtigt. "Die Besten der Branche arbeiteten halt in der Regel dort." Viele Jahre seiner Karriere hat auch der Professor an solchen Häusern gewirkt. Dass der gebürtige Tirschenreuther in seinen Heimatort zurückgekehrt ist und in einem eher kleinen Krankenhaus seiner Profession nachgeht, hat seinem Ruf in der Fachwelt offensichtlich nicht geschadet.

Mit der Erwähnung in der Focus-Bestenliste ist das Tirschenreuther Haus in eine Liga aufgestiegen, von der es bisher nicht einmal geträumt hat. "Das ist eine Riesensache für unseren Ruf", freut sich Regionalleiter Christian Stadler. Seit zehn Monaten praktiziert Ascherl in seiner Klinik für spezielle Chirurgie und Endoprothetik. In der relativ kurzen Zeit hat sich herumgesprochen, wo die Koryphäe zu finden ist.

Bis aus Norddeutschland

"Die Patientenzahl in der Chirurgie ist um 20 Prozent gestiegen", erklärt Pflegedienstleiterin Claudia Kost. Die Belegung weise sogar ein Plus von 50 Prozent auf. Der derzeitige Belegungsplan spreche Bände. Neben Patienten aus der Region seien viele aus München und Umland im Haus. Weitere kämen aus Schweinfurt, Ingolstadt, Ansbach, Zwickau, Leipzig, Chemnitz, Kranepuhl in Brandenburg und sogar aus der Hansestadt Demmin, ganz im Norden Deutschlands, zwischen Waren an der Müritz und Stralsund.

Bis zu vier Operationen erledigt Ascherl täglich. Der Professor sagt über seine Abteilung: "Wir leisten hier hochwertige Medizin und arbeiten zur Zeit an diversen Zertifizierungen im Bereich Endoprothetikzentrum. Mit den Mitarbeitern, die mir zur Verfügung stehen, habe ich gute Hoffnung, dass das was wird." Fünf weitere Ärzte gehören zum Team.

Laut "Focus" gilt Ascherl als der Spezialist für Revisionen nach Hüftoperationen. Auch im Bereich der Kniechirurgie rangiert er in der Bestenliste und spielen die Prothesenwechseloperationen die Hauptrolle. Wechsel-OPs seien kostenintensiv und langwierig, sowohl im OP als auch danach bei der Pflege. Nicht selten, dass Patienten bis zu zweieinhalb Monate im Krankenhaus bleiben müssten. "Ist man gewillt, solche Arbeiten anzugehen und wissenschaftliche Abhandlungen zu verfassen, ist irgendwann der Ruf da, der einen als genau diesen Spezialisten auszeichnet. Wenn heute ein Kollege anruft und sagt, ,ich hätte da einen interessanten Fall für dich', weiß ich genau, das wird eine schwere und aufwendige Arbeit. Was auch für das Personal gilt. Es spielt sich ja schließlich auch vieles nach der OP auf der Station ab."

Ascherl sagt: "Wir betreiben hier hochwertige Medizin. Das fängt in Weiden beim Vorstand an", lobt er seinen Arbeitgeber, "und endet im Tirschenreuther Haus beim Reinigungspersonal." Hier habe sich ein Krankenhauskonzern aufgemacht, hochwertige Medizin auf einem Sektor zu betreiben, und das an einem Standort, der ein bisschen verlassen sei. "Und der Erfolg ist schon jetzt nachweisbar. Wir haben gute Mitarbeiter, die auf den Weg gebracht werden, größere Eingriffe im Bereich der Endoprothetik zu erlernen. Wir bilden die weiter, die bereits hier arbeiten, werden aber künftig noch zusätzlich Leute brauchen."

Zukunftswunsch

Die interne Ausbildung werde groß geschrieben, Wissen und Erfahrungen würden auch extern weitergegeben, betont Ascherl. So waren bereits Ärzte aus Kolumbien und Krankenschwestern aus Estland in Tirschenreuth, um am Wissens- und Erfahrungsschatz des Professors zu partizipieren. "Wir wollen nicht nur die Wechseloperationen aus Hamburg, sondern auch die primären aus der Region", formuliert der Mediziner seinen Zukunftswunsch. Diese Patienzahlen gelte es zu steigern. Derzeit seien von zehn Operationen acht Wechsel-OPs.
Weitere Beiträge zu den Themen: Juli 2015 (8669)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.