Kreisausschuss lehnt Vorschlag der Rechnungsprüfer auf Kürzung ab
Kein Rotstift beim Theater

Lokales
Tirschenreuth
27.06.2015
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Weil der Landkreis finanziell nicht gerade auf Rosen gebettet ist, soll er sparen. Und der Rechnungsprüfungsausschuss sagt wo. Beispielsweise an den Konzert- und Theaterveranstaltungen der Stadt Tirschenreuth im Kettelerhaus. Da übernimmt der Kreis mit rund 7150 Euro etwa 20 Prozent des Defizits

"Ungerecht gegenüber anderen Veranstaltungen", monierten die örtlichen Rechnungsprüfer unter Vorsitz von Dr. Benjamin Zeitler und verwiesen beispielhaft auf Basilikakonzerte und Waldsassener Kammermusikkreis mit deutlich weniger Zuschüssen. Äpfel und Birnen wollte der Kreisausschuss allerdings nicht miteinander verglichen haben.

"Tirschenreuth ist damals eingesprungen und hat die Aufgabe vom Landkreis übernommen", erinnerte Bürgermeister Franz Stahl an das Jahr 1999. Da musste auf Druck der Regierung und des Kultusministeriums die Volkshochschule den Konzert- und Theaterbetrieb "finanziell und verwaltungsmäßig" von der Erwachsenenbildung klar trennen.

Weil diese Aufgabe kein anderes Sachgebiet im Landratsamt übertragen werden konnte, erklärte sich schließlich die Stadt Tirschenreuth bereit, das Kulturprogramm zu organisieren - vorausgesetzt, der Landkreis übernimmt weiterhin zwei Drittel des Defizits (Obergrenze 14 000 DM) für fünf Veranstaltungen. Das war dann beschlossene Sache.

Eine Änderung der Zuschuss-Situation war für Franz Stahl eine ungerechte Sache. "Ohne Tirschenreuth gäbe es die Theaterveranstaltungen nicht mehr." Die damaligen Zusagen sollten schon eingehalten werden. Das sah auch CSU-Sprecher Toni Dutz so. "Tirschenreuth genießt Vertrauensschutz." Für seinen Kollegen Hans Klupp (Freie Wähler) war das kulturelle Angebot auch wichtig für die Zukunftsfähigkeit des Landkreises. Und Rainer Fischer (SPD) wollte die Fortführung der Veranstaltungsreihe auf keinen Fall in Frage stellen.

Also folgte der Kreisausschuss den Rechnungsprüfern nicht. Lediglich die Bürgermeister Hans Donko (Erbendorf) und Bernd Sommer (Waldsassen) sowie Dr. Benjamin Zeitler stimmten für den Vorschlag, die gleichen Maßstäbe wie bei den Basilikakonzerten anzuwenden.
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