Kreisausschuss sieht Notwendigkeit, will aber noch nicht darüber entscheiden
Gebetbuch der Jugendarbeit

Lokales
Tirschenreuth
14.11.2014
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Nach über einer halben Stunde aufmerksamen Zuhörens waren sich die Kreisräte einig: "Wir brauchen den Jugendhilfeplan." Über Umsetzung und personelle Besetzung allerdings müsse später noch geredet werden.

Zuvor hatten Jugendamtsleiter Albert Müller und Jugendpflegerin Theresia Kunz im Kreisausschuss noch einmal ausführlich die Notwendigkeit dieses übergeordneten Planungsinstruments erläutert. "Das ist wie im Baurecht die Bauleitplanung", formulierte es Müller. Schließlich sei der Landkreis per Gesetz verpflichtet, ein vielfältiges und abgestimmtes Angebot an Jugendhilfe vorzuhalten und Familien in schwierigen Situationen gezielte Unterstützung zu gewähren.

Da als Stabsstelle eingestuft, sei auch eine Fachkraft mit der Ausarbeitung und Fortschreibung zu betrauen. Der bisherige Jugendhilfeplan sei in die Jahre gekommen und längst überholt. Vor allem der Bereich Kinderschutz und erzieherische Hilfen fehle gänzlich.

Für Theresia Kunz war das Steuerungsinstrument dennoch "tägliche Arbeitsgrundlage". Die Jugendpflegerin nannte beispielsweise "Kreisrunden Tisch", Jugendbeauftragte in allen Gemeinden, flächendeckende Ferienprogramme, Jugendleiter-Card, Kreisjugendtag und Jugendförderpreis als Ausfluss des bisherigen Jugendhilfeplans. Eine Art Gebetbuch der Jugendarbeit, wie es Landrat Wolfgang Lippert formulierte.

"Wir müssen Vorsorge treffen, bevor wir Nachsorge bereiten müssen", sagte Roland Grillmeier (CSU). "Planung von Fachkräften und Verzahnung mit den politischen Entscheidungsträgern kann nicht schaden", meinte Rainer Fischer (SPD). Und Bernd Sommer (CSU) wollte personelle Synergien und Effizienz aus dem Landratsamt selbst gewinnen.
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