Kunstwerke in der Natur

Wie die Einfahrt in einen Eisenbahntunnel sieht die Heusterz-Brücke aus dieser Perspektive aus, die die beiden Ufer der Waldnaab vom Vizinalbahn-Radweg in Richtung Hohenwald verbindet. Je nach Jahreszeit, Lichteinfall und eigenem Standort zeigt sie immer andere Gesichter. Ein gelungenes Beispiel, dass auch in der Natur andere Materialien als Holz reizvolle Ansichten liefern können. Archivbild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
08.12.2015
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Dass ein "Brückner und Brückner"-Bauwerk mit einem Preis gekrönt wird, ist beinahe normal. Jetzt gab es einen weiteren für die Heusterz-Brücke und die Himmelsleiter in der Waldnaabaue. Den teilt sich das Büro mit dem Bauherrn, dem Landkreis.

Den Regionalpreis des Bundes Deutscher Architekten (BD) lobte der Kreisverband Niederbayern-Oberpfalz zum vierten Mal seit 2003 aus. Er gilt als Auszeichnung für gute Architektur und guten Städtebau und soll den Dialog und die Diskussion über die Baukultur in Niederbayern und der Oberpfalz fördern.

80 Arbeiten wurden diesmal dazu eingereicht. Zu den Preisträgern gehören neben drei anderen Objekten in der Oberpfalz auch die Himmelsleiter und die Heusterz-Brücke in der Waldnaabaue. Beide sind bereits hoch dekoriert: Im Jahr 2011 gab es den Bayerischen Tourismusarchitekturpreis "artouro" für die Heusterzbrücke. Im Frühjahr dieses Jahres ging der "best architects 15" an die Himmelsleiter.

Auf hohem Niveau

"Qualitätsvolle Bauwerke benötigen gute Architekten, gute Architekten brauchen mutige Bauherren. Ist beides vorhanden, so kann unverwechselbare, bedeutsame Baukultur entstehen", sagte Peter Brückner bei der Übergabe der Urkunde und des Schildchens, das künftig an Ort und Stelle auf die Auszeichnung hinweist, im Landratsamt.

Der Preis dürfe auch als Auszeichnung für bemerkenswerte zeitgenössische Architektur verstanden werden, sagte Landrat Wolfgang Lippert. Dies stärke die regionale Baukultur und zeige, dass sich in Sachen zeitgemäßes Bauen auf hohem Niveau gerade der ländliche Raum Ostbayerns bestimmt nicht gegenüber Ballungsräumen verstecken zu braucht.

Die Jury bestehend unter der Leitung von Professor Florian Nagler aus München wertete beide Bauwerke als " neue, bereichernde Elemente im Herzen der Tirschenreuther Teichpfanne". Die Brücke verbinde nicht nur zwei getrennte Ufer miteinander, "sie ist auch ein kleines Kunstwerk, das - sanft durch die Landschaft schwingend - nur an wenigen Punkten sacht den Boden berührt". Dabei eröffneten sich wunderschöne Blicke von ihr aus und auf sie. Die Brücke strahle neben Ruhe und Eleganz auch räumliche Kraft aus. Die Himmelsleiter sei entlang der aufgelassen Bahnlinie so raffiniert angeordnet, "dass sie - ein durchfahrendes Tor bildend - einen fast noch das Geräusch eines in der Ferne verschwindenden Zuges hören lässt". Die in Reminiszenz an die alte Vizinalbahn verwendeten Materialien trügen ein übriges dazu bei. "Unter der Leiter hindurch zu fahren macht sicher genauso viel Freude, wie auf sie hinauf zu steigen und von oben den Blick in die nahe und ferne Umgebung schweifen zu lassen."
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