Landkreis steht ganz gut da

Lokales
Tirschenreuth
18.03.2015
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Er ist immer wieder einer der dicksten Brocken im Finanzgefüge des Landkreises: der Sozialhilfehaushalt. Das Zahlenwerk für dieses Jahr steht. Ob es besteht, wird sich zeigen.

Mit der durchaus angenehmen Nachricht, die Ausgaben erneut um 104 000 Euro zurückfahren zu können, überraschte der Leiter der Sozialhilfeverwaltung, Wolfgang Jäger, den zuständigen Ausschuss. Gleichwohl gab er auch zu verstehen, "dass wir im Laufe eines Jahres oftmals von Ereignissen eingeholt oder von neuen Rechtsvorschriften überrascht werden".

Mit immerhin 8,1 Millionen Euro Ausgaben rechnet das Sozialamt in diesem Jahr. Allerdings stehen dem auch über 5 Millionen Euro an Einnahmen gegenüber, so dass der Anteil des Landkreises sich auf etwas über 3 Millionen Euro belaufen wird.

Da steht Tirschenreuth wieder einmal sehr gut da. Ohne die Ausgaben der Grundsicherung für Arbeitssuchende, also Hartz IV, hatten 2013 die Landkreise und kreisfreien Städte der Oberpfalz 36 Millionen Euro für Sozialhilfe aufzubringen. Die Stadt Regensburg mit über 12 Millionen Euro etwa ein Drittel. Auf Tirschenreuth entfiel mit 1,5 Millionen Euro der geringste Anteil.

Rechnet man die Summe auf die Einwohner um, so hat jeder Oberpfälzer 34 Euro zu tragen. Am wenigsten der Landkreis Regensburg mit 16 Euro, am meisten die Stadt Weiden mit 91 Euro je Einwohner. Da liegt Tirschenreuth mit 21 Euro ganz gut, kommen doch neben Regensburg nur noch Cham und Neumarkt besser weg. Interessant der Vergleich zum Nachbarlandkreis Wunsiedel: Dort fallen 34 Euro pro Kopf an.

Der größte und wichtigste Posten sind die Aufwendungen für Hartz IV. Mehr als 90 Prozent der Ausgaben betreffen diesen Bereich. "Der ist stark abhängig von der Lage auf dem Arbeitsmarkt", so Wolfgang Jäger, "und die war in den vergangenen Jahren Gott sei Dank nicht schlecht." Bei der Einführung im Jahr 2005 musste der Landkreis noch fast 5 Millionen Euro im Jahr dafür aufwenden, vergangenes Jahr waren es noch 3,2 Millionen. 2015 sollen weitere 100 000 Euro weniger anfallen. Maßgeblichen Anteil daran hat auch der Bund, der ab 2014 die Ausgaben für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung seit 2014 komplett übernimmt.

Über diese finanzielle Entlastung konnte sich Wolfgang Jäger allerdings nur halbwegs freuen. "Die tägliche Arbeit des Sozialamts wird damit nicht weniger, eher noch komplizierter, da zahlreiche Vorgaben de Bundes zu beachten sind."

Brigitte Scharf (SPD) fand vor allem die hohen Aufwendungen für Bestattungskosten erschreckend. Die sind im vergangenen Jahr auf über 64 000 Euro gestiegen, vorwiegend weil sich die Krankenkassen vom einstigen "Sterbegeld" verabschiedet haben. Und dass Menschen trotz Arbeit Leistungen des Sozialamts bedürfen, wollte die Kreisrätin so nicht hinnehmen. Fast 900 000 Euro muss Tirschenreuth für die Grundsicherung für jüngere Erwerbstätige aufbringen, erhält im Gegenzug aber auch fast die gleiche Summe zurück, so dass rund 3700 Euro beim Landkreis bleiben.
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