Landkreis stellt touristischen Service ein - Zuletzt nur 763 Fahrgäste im Jahr
Letzte Runde für Radl-Busse

So gut besetzt war der Radl-Bus wie hier beim Halt in Erbendorf leider selten. Archivbild: njn
Lokales
Tirschenreuth
27.02.2015
6
0
Da schlugen nicht nur dem Landrat zwei Herzen in der Brust. Aber die nackten Zahlen ließen keinen anderen Schluss zu: Die Radl-Busse fahren ein immer größeres Defizit ein und werden eingestellt.

"Einerseits wollen wir ein Radl-Landkreis sein", meinte Wolfgang Lippert. Andererseits stand schwarz auf weiß das Defizit von fast 190 000 Euro innerhalb von vier Jahren in der Sitzungsvorlage. Den Fehlbetrag übernahm bisher der Landkreis aus Mitteln des Öffentlichen Personennahverkehrs.

Nach einem kurzen Zwischenhoch von 1404 Nutzern im Jahr der Tirschenreuther Gartenschau mit Zusatzfahrten bis Eger im Jahr 2013 brachen die Fahrgastzahlen wieder ein. Nur 763 Passagiere nutzten den Bus, der Samstag, Sonntag und an Feiertagen verkehrte. Das Defizit allein im vergangenen Jahr betrug 44 000 Euro. Rein rechnerisch bedeutete das pro Fahrgast 48 Euro Zuschuss.

Zwei Routen

Eingerichtet waren zwei Linien, die zweimal täglich mit dem Radanhänger bedient wurden: Route eins führte rund um den Steinwald, Route zwei von Waldsassen über Mitterteich, Wiesau, Falkenberg und Tirschenreuth bis Bärnau. Der Kreisausschuss beendete das Projekt Radl-Bus ohne große Debatte. "Der Bus ist auch durch die größere Reichweite durch E-Bikes überflüssig geworden", vermutete der Landrat. Ganz auf eine Mitnahmemöglichkeit verzichten sollen die Touristen und Fahrradfreunde im Landkreis jedoch nicht. Die Verwaltung soll mit den Verkehrsunternehmen nach Möglichkeiten suchen, herkömmliche Linienbusse kostengünstig mit Anhängern zu versehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Februar 2015 (7876)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.