Landkreis wägt Einstieg in Energie-Technologisches Zentrum Nordoberpfalz ab
27 500 Euro kein Pappenstiel

Lokales
Tirschenreuth
26.09.2015
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Der Landkreis ist ein gefragter Partner, wenn es um die Mitfinanzierung von regionalen Projekten geht. Konkret steht der Einstieg als Gesellschafter des Energie-Technologischen Zentrums (etz) Nordoberpfalz im Raum. "Wir stimmen heute noch nicht ab. Schließlich sind 27 500 Euro im Jahr kein Pappenstiel", verwies Landrat Wolfgang Lippert auf die Haushaltskonsolidierung. Da ist für freiwillige Leistungen kaum Spielraum.

Zunächst einmal hörten sich die Mitglieder des Kreisausschusses die Ausführungen des Geschäftsführers Matthias Rösch an. Der stellte das Zentrum vor, das vor drei Jahren gegründet wurde. Als Gesellschafter mit im Boot sind die Stadt Weiden, die Stadtwerke Weiden und die interkommunale Gemeinschaft ZENO (Zukunftsenergie Nordoberpfalz). Die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt/WN sind bisher nur im Beirat vertreten. Das soll sich ändern, warb Matthias Rösch für einen Einstieg der Gebietskörperschaften mit jeweils 27 500 Euro. Grund des Finanzbedarfs: Der staatliche Förderzeitraum ist im August abgelaufen.

"Was tun wir für Kommunen und Privatleute?" Diese Frage beantwortete der Geschäftsführer unter anderem mit kostenloser und neutraler Erstberatung. "Das neutral ist sehr wichtig. Energieberatung bekommt man an vielen Stellen, aber wir haben kein wirtschaftliches Interesse." Konkret gehe es auch darum, sanierungswilligen Bürgern Ängste vor Energieprojekten zu nehmen und sie bis zum Finanzierungskonzept zu begleiten. Rösch konnte sich auch regelmäßige und kostenlose Energieberatungen in den größeren Städten des Landkreises vorstellen.

Die Agentur biete darüber hinaus Vorträge über energetisches Sanieren, Stromsparen, verschiedene Heizsysteme und erneuerbare Energien an. Man beteilige sich an Messen und Ausstellungen. Auch gebe das Beratungszentrum Tipps für Unternehmer, wie starke Energiefresser im Betrieb zu stoppen sind. Auf Honorarbasis biete das etz speziell für Kommunen Energienutzungspläne, Klimaschutzkonzepte und Coaching an. Das nutzten im Kreis Tirschenreuth bisher nur Wiesau und Fuchsmühl. Für Erbendorf und Brand erarbeitete man Energiekonzepte: "Wir sind guter Dinge, dass sie auch umgesetzt werden."

Für den Landkreis sei der Beitritt interessant, meinte Rösch - gerade unter dem Aspekt Einsparungen und Effizienz bei den Energiekosten. Auch sei bereits ein Klimaschutzkonzept vorhanden. Ob der Landkreis dem Angebot nähertritt, wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. "Wir müssen abwägen, auch, damit nicht zwei oder drei Organisationen dasselbe machen", verwies Landrat Lippert unter anderem auf die Teilnahme am Bundesforschungsprojekt "W3 - Regionale Energieflächenpolitik" mit Professorin Susanne Stangl.
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