Landkreis will mit Modellprojekt Umweltfreundlichkeit vorantreiben
Vorreiter in Sachen E-Mobilität

Wer ein Elektroauto fährt, braucht ein Netz von Ladestationen. Der Landkreis hat am Parkplatz beim Stiftland-Gymnasium schon mal die Vorkehrungen dazu getroffen. Und auch am Kreisbauhof soll eine Stromtankstelle kommen, wenn auch vermutlich nur für kreiseigene E-Mobile. Archivbild: dpa
Lokales
Tirschenreuth
20.01.2015
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Elektrisch betriebene Autos sind im Landkreis noch eine Seltenheit. Das soll sich ändern. Ein Modellprojekt könnte den Durchbruch erleichtern - falls Tirschenreuth den Zuschlag bekommt.

Im Kreisausschuss waren sich im Prinzip alle einig: Die Förderung der E-Mobilität gehört auf die Tagesordnung. So stieß der gemeinsame Antrag von der Liste Zukunft Landkreis Tirschenreuth und den Grünen durchaus auf Wohlwollen. Abgestimmt über die einzelnen Punkte wurde aber nicht, weil sich einiges schon erledigt hat oder bald erledigen soll. Unter anderem war die Anschaffung eines E-Autos für das Landratsamt, eine zentrale öffentliche Ladestation und ein Mobilitätskonzept gefordert worden.

Schritte in Richtung Umweltfreundlichkeit

"Das Anliegen ist jedem bewusst", verwies Landrat Wolfgang Lippert chronologisch auf etliche Schritte in Richtung umweltfreundlicher Fortbewegung. So habe das Landratsamt 2014 ein E-Bike angeschafft, das hauptsächlich für die Kontrolle und Beschilderung der Fahrradwege im Einsatz sei. Auch sei der Kauf eines E-Autos geplant, und zwar als Ersatz für einen alten VW Golf der Tiefbauabteilung. Der Kreisbauhof biete sich als Einsatzgebiet geradezu an, weil die neue Halle auch auf Photovoltaik ausgelegt sei und der erzeugte Strom gleich vor Ort für das Fahrzeug genutzt werden könne.

In Sachen öffentlicher E-Tankstelle favorisierte der Landrat eine Lösung ähnlich wie im Landkreis Schwandorf, wo das Bayernwerk eine Ladestation sponsert. Sowohl der neu gestaltete Parkplatz am Stiftland-Gymnasium als auch der Parkplatz vor der Berufsschule Wiesau sei für E-Tankstellen gerüstet.

Schließlich soll das Thema E-Mobilität eine große Rolle im Landkreis-Konzept für das Modellvorhaben "Landaufschwung" spielen. "Wir waren im Dezember beim Auftakt in Berlin dabei", erinnerte Lippert. Jetzt gelte es, sich im Ideenwettbewerb durchzusetzen. Regionalmanager Tobias Rüth ergänzte zum Stand des Verfahrens, dass bis Ende Mai zwei bis drei konkrete Projekte vorliegen sollen.

Sollte der Landkreis in den Genuss der 1,2 bis 1,5 Millionen Euro kommen, könne man gleich mit der Umsetzung beginnen. "Das ist eine tolle Ergänzung zu anderen Förderprogrammen", urteilte Rüth. CSU-Fraktionssprecher Toni Dutz war der gleichen Meinung: "Eine Supersache, aber es ist noch ein weiter Weg dahin", spielte er auf die Konkurrenz an. "Von der Sache her ist Tirschenreuth der Landkreis, dem die Förderung am ehesten zustehen würde." Hans Klupp (Freie Wähler) freute sich, dass die Anfänge zur Förderung der elektrischen Mobilität längst gemacht seien. "Wir setzen das nach und nach um. Auch die Kosten müssen vertretbar sein."

Deutlich anschieben

SPD-Sprecher Rainer Fischer befürwortete den Kern des Antrags der Kollegen: "Das kann nicht deutlich genug angeschoben werden." Günter Kopp bekräftigte das Anliegen im Namen der Zukunftsliste: "Der Landkreis sollte hier ein Zeichen setzen und eine Vorreiterrolle spielen."
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