Langfinger halten Polizei auf Trab

Den Vertretern der neun Kommunen in ihrem Zuständigkeitsbereich erklärten Inspektionsleiter, Erster Polizeihauptkommissar Werner Schönfelder (Mitte), sowie die Polizeihauptkommissare Hermann Weiß (Dritter von links) und Bernhard Schraml die Sicherheitslage. Sorgen bereitet dabei der Bereich der Diebstähle. Bild: ws
Lokales
Tirschenreuth
30.03.2015
25
0

Diebe treiben sogar auf dem Friedhof ihr Unwesen, Drogenkonsumenten werden beim Schmuggel immer dreister und mitunter ist vor der Disco nicht nur Party angesagt. Klingt auf den ersten Blick dramatisch, doch herrscht durchaus "Sicherheit" in der Region.

Für fast 30 000 Einwohner in neun Kommunen ist die Polizeiinspektion Tirschenreuth zuständig. Von Mähring bis Waldershof sind die Beamten in ihren rund 500 Quadratkilometer großen Zuständigkeitsbereich unterwegs.

Während die Arbeit nicht weniger wird, muss Inspektionsleiter, Erster Polizeihauptkommissar Werner Schönfelder, allerdings mit immer weniger Personal zurechtkommen. Zwar könnten in der neuen Dienststelle, die sich seit 27. Januar an der Falkenberger Straße befindet, laut der Sollstärke 36 Personen tätig sein, doch kann Schönfelder nur 28 vermelden.

Mehr Streifen

In einem Gespräch mit den Bürgermeistern und Vertretern der Gemeinden zur "Sicherheitslage" glaubt der PI-Chef hier auch nicht auf Besserung. Dennoch will er die Präsenz durch Streifen erhalten. Und auch der Ersatz für den Kontaktbereichsbeamten in Wiesau bleibt Schönberger ein Anliegen. Trotz der Knappheit bei Personal muss die Inspektion Tirschenreuth sieben Mann für den G7-Gipfel abstellen. "Der Dienstbetrieb wird aufrechterhalten", versichert Schönfelder, auch wenn er dafür zum Mittel der Urlaubssperre greifen muss. Im Herbst steht dann die Personalzuteilung an. Da darf man zumindest hoffen.

Aktuell kann die Inspektion ihre Aufgaben schultern, wenn Schönberger auch gerade im Bereich der Diebstähle die "Ausreißer" ins Negative nicht so hinnehmen will. So konnten im vergangenen Jahr von 976 Delikten (+ 50/2,7 Prozent), die Einzug in die Statistik finden, immerhin 662 (+ 0,5 auf 67,8 Prozent) aufgeklärt werden. Damit liegt man insgesamt über dem Landesdurchschnitt.

Ursachen ermitteln

Sorgenvoll betrachtet der PI-Chef die Aufklärungsquote im Bereich Diebstahl, die um 11 auf 33,7 Prozent sinkt. "Wir müssen hier die Ursachen ermitteln", betont Schönfelder. Bei der Eigentumskriminalität registriert die Statistik im vergangenen Jahr mit 309 Diebstählen (Vorjahr 313) sowie 11 Fällen von Unterschlagung (Vorjahr 20) einen leichten Rückgang, dennoch macht dieser Bereich mit 31,7 Prozent den großen Anteil aller Delikte aus.

Den Schwerpunkt bei der Eigentumskriminalität verzeichnet die Statistik mit 53 Fällen bei den Ladendiebstählen in Märkten sowie 33 Fälle von Diebstählen aus Autos. Der Anteil an nichtdeutschen Straftätern liegt laut Schönfelder bei 44,4 Prozent (Vorjahr 37,4 Prozent). In 23 Fällen handle es sich um tschechische, in 11 Fällen um georgische Staatsangehörige. Die Wohnungseinbrüche stiegen um 2 auf 10 Fälle, wobei es in sechs Fällen beim Versuch blieb.
Weitere Beiträge zu den Themen: März 2015 (9461)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.