Lebens- und Wirtschaftskraft

Fleisch ist im Landkreis Tirschenreuth nicht nur ein Stück Lebens- sondern auch ein Stück lokaler Wirtschaftskraft. Grafik: zds
Lokales
Tirschenreuth
20.07.2015
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Sommer, Sonne, Brutzelzeit: Die Frage Hüftsteak oder Schweinehals beantwortet ein Blick aufs Grillgut oder in die Schlachtstatistik - mit einem klaren Vorzug fürs Schweinerne.

Alle geschlachteten Rinder in Bayern brachten 2014 zusammen 312 243 Tonnen auf die Waage, während es bei den Schweinen 497 824 Tonnen waren. Aus Schlachtungen im Kreis Tirschenreuth kamen dabei 174 Tonnen Rindfleisch und 822 Tonnen Schwein. Allerdings wurden in Bayern insgesamt 37 484 Schweine weniger geschlachtet, während die Zahl der geschlachteten Rinder um 20 746 Stück zunahm. Ein Hinweis auf eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten ist das freilich nicht: Gegessen wird auch, was von außerhalb kommt, nicht alles wird vor Ort geschlachtet.

"Fleisch ist ein Stück Lebenskraft": Wer 1967 schon des Lesens oder Fernsehens mächtig war, hat den Spruch aus Wirtschaftswunderzeiten schon mal gehört oder gesehen. Als der Mensch froh war ausreichend zu essen zu haben, landeten Fleisch und Vegetarisches (Knödel) noch einträchtig auf dem Teller, Hauptsache satt.

Freie Auswahl am Grill

Wer heute am Grill steht, hat die freie Auswahl: Rind, Schwein, Lamm, Schaf, Ziege gibt's alles aus regionaler Schlachtung. Aber Rinder und Schweine dominieren. Rinder wurden im Kreis Tirschenreuth 2014 beispielsweise 519 geschlachtet. (Vorjahr: 553), Schweine 8575 (Vorjahr: 9730). Die Rinder brachten es auf 998 Tonnen (Vorjahr: 1120). Das Schlachtgewicht der Schweine lag bei 822 Tonnen (Vorjahr: 929). Fleisch, es ist leicht zu merken, ist im Landkreis Tirschenreuth nicht nur ein Stück Lebens- sondern auch ein Stück lokaler Wirtschaftskraft: Dabei entwickelte sich die Anzahl der Schlachtungen wie folgt: Im Jahr 2009 brachten 942 geschlachtete Rinder noch 326 Tonnen Rindfleisch auf die Waage.

Im Jahr 2010 wurden hier 676 Rinder geschlachtet, mit zusammen 233 Tonnen. 2011 waren es 669 Rinder mit 228 Tonnen, 2012 folgten 586 Rinder mit 199 Tonnen und 2013 weitere 553 Rinder mit 189 Tonnen. Bei den Schweinen ließen im Jahr 2009 insgesamt 14 078 Tiere ihr Leben für 1329 Tonnen Schweinebraten, Schnitzel und Co. Im Jahr 2010 wurden bei uns 10 980 Schweine geschlachtet, mit zusammen 1041 Tonnen. 2011 waren es 10 494 Schweine mit 996 Tonnen, 2012 folgten 10 097 Schweine mit 964 Tonnen und 2013 weitere 9730 Schweine mit 929 Tonnen.

Nicht nur Fakten

Während die Lebenserwartung von Rindern, Schweinen und Geflügel im Zuge der Fleischproduktion dabei relativ präzise vorhersagbar ist, ist es bei Gesundheit und Lebenserwartung des Menschen im Zusammenhang mit dem Fleischverzehr etwas schwieriger. Das hängt damit zusammen, dass es rund um Steak und Haxen nicht nur Fakten, sondern auch viel Glauben und diverse Interessen gibt. Und jede Menge Studien und Statistiken. Aber Statistik ist zwar in der Lage eine generelle Lebenserwartung vorauszusagen, ist aber mit Vorsicht zu genießen, wenn's um kleinteilige Feinheiten geht.

Makaber aber wahr: Würde morgen ein Bus mit 50 einheimischen 20-jährigen Veganer verunglücken, wirbelt's den ganzen Schnitt durcheinander. Eins eint alle Beteiligten: Alle glauben, dass sie das richtige essen. Die einen glauben ans Rind, die anderen mögen Schweinehals samt Grilltomate und Grillkartoffel, die Dritten schwören auf Grillkartoffel solo oder auch nur Rohkost und Olivenöl als Lebenselixier. Vor 70 Jahren wären wahrscheinlich allen all diese Feinheiten wurst gewesen. Da gab's Essen auf Karten und nicht á la Carte.
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