Lehrer aufmerksame Schüler

Wie Spiele im Internet funktionieren, das ließen sich die Teilnehmer der Lehrerfortbildung von den Schülern erklären - und probierten es auch gleich aus. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
30.03.2015
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Wenn es um Computer und Spielekonsolen geht, sind Kinder und Jugendliche den Erwachsenen meist meilenweit voraus. Auch in der Schule. Das lässt sich ändern. Mit einem Rollentausch.

Der exzessive Umgang mit PC oder Spielekonsole stellt eine akute Gefährdung für viele Kinder und Jugendliche dar. Gibt es so etwas wie Computer-Spielsucht und kann man in der Schule eine angemessene Prävention betreiben?

Eine Lehrerfortbildung der besonderen Art gab es zu dieser Thematik an der Mittelschule in Tirschenreuth. Beim Thema "Computer-Spielsucht" war die Schüler-Lehrer-Rolle im ersten Teil der zweieinhalbstündigen Veranstaltung vertauscht. Schüler der 8. Klasse des Informatikkurses unterrichteten Lehrkräfte, die zum Teil bis aus Kemnath und Bayreuth angereist waren.

Sie lieferten dabei Einblicke in die Welt der Computerspiele, die Lehrern im Allgemeinen weitgehend unbekannt ist. Die Schüler hielten zunächst kleine Vorträge an ihren Stationen, erläuterten den Hintergrund des jeweiligen Spiels, erklärten, welche sozialen Systeme sich durch die Spiele entwickeln und wie die Spielergemeinschaft im Internet funktioniert.

Und schließlich durften die Lehrkräfte aktiv unter Anleitung der Schüler die Spiele ausprobieren, ihre Faszination erleben und gezielte Fragen stellen. Dabei wurde unter anderem diskutiert, dass auch die sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co durchaus Suchtpotential aufweisen können. Allerdings kristallisierte sich heraus, dass die anwesenden Schüler als ausgebildete Medien-Tutoren durchaus verantwortungsbewusst und vernünftig mit digitalen Medien umgehen können.

Ganz anders präsentierten sich zwei Negativbeispiele in einer vom medienpädagogisch-informationstechnischen Berater Martin Hauk moderierten Filmdokumentation. Hier war zu sehen, wie Computersucht in einer extremen Ausprägung Menschen bis zum Scheitern ihrer beruflichen und privaten Existenz führen kann. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen nach Martin Hauk inzwischen von bis zu fünf bis zehn Prozent Computer-Süchtigen aus. Hier müsse die Schule präventiv entgegenwirken, wobei die Hauptverantwortung bei den Erziehungsberechtigten liege.

Dazu lieferte der Referent umfangreiches Unterrichtsmaterial und zeigte auch Hilfen auf, wenn deutliche Hinweise auf selbstschädigendes Spiel-, Chat- oder Surfverhalten im Internet vorliegen. Ein Anhaltspunkt von vielen seien deutlich absinkende Schulleistungen.
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