Loden von höchster Qualität

Einen enormen Zulauf erlebte die Tuchfabrik Mehler beim Denkmaltag. Erstmals hatte das Unternehmen an dieser Aktion teilgenommen. Interessante Auskünfte zum Unternehmen gab auch Paulus Mehler, der zusammen mit seinem Cousin Ludwig den Betrieb in zehnter Generation leitet. Bild: axs
Lokales
Tirschenreuth
15.09.2015
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Herrscher und Schauspieler haben sich schon in edles Loden aus der Kreisstadt gehüllt. Doch wie entsteht der Stoff? Beim Denkmaltag gab die Tuchfabrik Mehler Einblicke - und wurde schlicht überrannt.

Seit 1644 ist der Familienbetrieb Mehler eine Institution in der Kreisstadt. Im ständigen Wandel der Textilbranche hat sich der Betrieb als Unikum in ganz Deutschland behauptet.

Die letzte vollstufig produzierende Fabrik dieser Art hatte am Wochenende beim Tag des offenen Denkmals erstmals ihre Türen für Interessierte geöffnet. Und die Besucher strömten nur so aufs Firmengelände. Geschäftsführer Paulus Mehler musste spontan zusätzliche Führungen organisieren. Der Unternehmer schweifte in seinem Vortrag aber zunächst einmal weit in die Vergangenheit, ihm war es ein besonderes Anliegen "etwas von der Philosophie, der Eigenwilligkeit des Unternehmens weiterzugeben". So erklärte Mehler, dass noch 1850 die Hälfte aller Tirschenreuther ihr Geld in der Textilbranche verdienten. Von den vormals 70 Betrieben ist nur die Tuchfabrik Mehler geblieben. Auch der Weg des Familienbetriebes war nicht immer einfach. Um 1900 herum wurde zu 95 Prozent Stoff für den Klerus produziert. Dieser Markt ist mittlerweile kein Thema mehr. Im zweiten Weltkrieg wurde das Unternehmen sogar geschlossen, weil die Geschäftsführung nicht regimetreu war. Nach 1945 gestaltete sich der Neustart der Firma ebenfalls schwierig, da es viele Mitbewerber gab.

Guter Service

Heute wird an den Standorten Tirschenreuth und Forst vollstufig Stoff und Loden in höchster Qualität hergestellt. In der Spezialisierung und dem guten Service sehen die Geschäftsführer Paulus und Ludwig Mehler auch ihr Erfolgsgeheimnis. Zum Denkmaltag wollten sich Besucher aus der ganzen Oberpfalz einen Einblick in die Firma verschaffen, die seit zehn Generationen von der Familie Mehler geführt wird. Mit einem derartigen Andrang hatten selbst die Organisatoren nicht gerechnet.
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