Luca im Land, wo Armut wohnt

Luca Mühlmeier (hinten Mitte) ist seit Mitte September im indischen Nagaland bei den Zubzas. Neben Walter Rinderer und Hans Rupprecht ist er der dritte Oberpfälzer, der dort als ehrenamtlicher Entwicklungshelfer agiert. Er kümmert sich in der Hauptsache um Kinder und Jugendliche, die in der Don-Bosco-Schule unterrichtet werden. Das Foto ist bei einem Wanderausflug entstanden. Mitte Dezember bricht der junge Mann seine Zelte ab und schaut sich Neuseeland an. Bild: privat
Lokales
Tirschenreuth
04.11.2015
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Der Neue der Stiftländer Zubza-Helfer heißt Luca Mühlmeier und ist 18 Jahre jung. Seit einigen Wochen folgt er den Spuren von Walter Rinderer und Hans Rupprecht. Im Nagaland unterrichtet er Kinder und Jugendliche.

Von München über Doha nach Kalkutta führt ihn der Flug. In der Metropole angekommen, geht erst einmal nichts mehr. Aus acht Stunden Wartezeit auf den Flieger, der Luca an sein eigentliches Ziel nach Dimapur bringen soll, werden letztendlich zehn Stunden.

Richtig geschockt

Dort erwarten den jungen Entwicklungshelfer bereits die Don-Bosco- Padres Sebastian und Samuel. Zweieinhalb Stunden dauert die beschwerliche Fahrt ins 60 Kilometer entfernte Zubza. "Ich sah gleich, dass hier die Armut wohnt, ich war richtig geschockt", lautet der Eintrag in Lucas Tagebuch.

Bei der Ankunft ein ganz anderes Bild. Die Kinder empfangen den Neuling mit einem Willkommenslied. Alles ist sehr herzlich, und um Luca herum sind nur nette Menschen. In der Schule ist der junge Entwicklungshelfer in der Hauptsache eingesetzt. Ungewöhnlich für ihn, dass er von allen mit "Sir Luca" angesprochen wird. Vor allem die Kinder interessieren sich sehr für den jungen Mann.

Ins kalte Wasser

"Schon am ersten Tag der Sprung ins kalte Wasser", heißt es im Tagebuch. "Der Schuldirektor Pater Anthony bringt mich in ein Klassenzimmer mit 60 Kindern und sagt mir, dass ich ihnen etwas von Deutschland erzählen soll. Ich wusste zuerst überhaupt nicht, was ich sagen sollte. Dann fingen die Kinder an Fragen zu stellen und wir hatten ein gutes Gespräch." Das geht tagelang so. Luca erzählt aus seiner Heimat, lehrt seine Muttersprache und singt mit den jungen Leuten Lieder, wie zum Beispiel "Bruder Jakob". Um zu erfahren, wie Schule in Indien überhaupt funktioniert, sitzt er oftmals auch einfach im Klassenzimmer und hört zu.

Von daheim hat er Jonglierbälle und ein Diabolo mitgebracht. Der "Workshop Jonglieren" ist sofort "ausgebucht". 40 Teilnehmer aber nur drei Bälle, zwölf Tücher und ein Diabolo, "keine einfache Aufgabe." Die Kindern sind dennoch begeistert. Vor allem das Diabolo, das sie bisher nicht kannten, bringt ihre Augen zum Leuchten. Seither sind Freistunden mit Jonglieren ausgefüllt. Die Natur beschreibt Luca mit "wunderschön". Allerdings mit einem gewaltigen Wermutstropfen. "Wo man hinsieht, liegen Unmengen an Kunststoffabfällen. Es gibt zwar Mülleimer, aber die benutzt eigentlich niemand." In den kommenden Wochen will Luca den Kindern deshalb die Problematik der Umweltverschmutzung näherbringen. Er erklärt ihnen, was im Kunststoff eigentlich alles enthalten ist und wie lange es dauert, bis eine Plastikflasche Geschichte ist.

Erfahrener Helfer

Hans Rupprecht aus Eschenbach ist der nächste, der nach Nagaland reist, um zu helfen. Bei seinem zweiten Zubza-Besuch kommt er bereits als erfahrener Helfer. Der Initiator der ganzen Geschichte, Walter Rinderer, besucht seine "zweite Heimat" im kommenden Jahr wieder.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.zubza.de/
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