Mais kann auch Bodenschutz

Lokales
Tirschenreuth
27.11.2015
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"Boden:ständig" - so der Titel der Initiative. Sie sagt der Erosion den Kampf an. Gemeinsam soll es klappen. Fachbehörden, Beratung und die Landwirte wollen die Abschwemmungen deutlich verringern.

Bürgermeister Klaus Meyer erinnerte bei einem Ortstermin an die schweren Erosionen rund um Neualbenreuth. Diese hätten der Gemeinde und den Bürgern viel Geld gekostet, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Amt für Landwirtschaft und Ernährung. Georg Guggenberger vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz betonte das Miteinander aller Beteiligten: Die Landwirte Ferdinand Köstler und Herbert Löw stellten an drei Standorten Versuchsflächen zur Verfügung und haben mit Unterstützung von Erzeugerring-Berater Ludwig Peter insgesamt 17 verschiedene Zwischenfrucht-Mischungen im Herbst nach der Getreideernte ausgesät. Die Versuche dienen bis weit ins Frühjahr Beratung und Landwirten als Anschauungsobjekt.

Vor Ort auf dem Betrieb

Guggenberger unterbreitete den Landwirten rund um Neualbenreuth außerdem ein interessantes Beratungsangebot darüber, wie sich effektiver Bodenschutz im landwirtschaftlichen Betrieb umsetzen lasse. Einzelberatungen durch den Erzeugerring Pflanzenbau würden in diesem Pilotprojekt kostenfrei angeboten. Landwirte könnten sich bei Interesse direkt an den Berater Peter wenden. Er werde "vor Ort auf dem Betrieb" praktikable Lösungen erarbeiten. Stephan Poersch vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Tirschenreuth ergänzte, dass Mulchsaat im Landkreis zwar von Landwirten häufig praktiziert werde und auf hängigen Standorten inzwischen Stand der Technik sei. Zum optimalen Erosionsschutz müsse aber Pflanzenmasse, die im Herbst von den Zwischenfrüchten aufgebaut werde, im Frühjahr auch nach der Maissaat noch an der Bodenoberfläche verbleiben. Dies sei in der Praxis häufig nicht ausreichend der Fall.

Nur so könne Boden festgehalten und Nahrung für Regenwürmer bereitgestellt werden. Diese sorgen mit ihren senkrechten Röhren dafür, dass der Boden das knappe Regenwasser aufnehmen und gleichzeitig den Abfluss hangabwärts verringern könne. Mit der derzeit auf den Betrieben üblichen Technik könne das Material oft nur durch tiefes Einmischen ordentlich eingearbeitet werden und sei für den Erosionsschutz verloren. "Wir werden uns in einer mit dem Maschinenring organisierten Vorführung im Frühjahr nochmals anschauen, wie Pflanzenmasse in Verbindung mit Gülleausbringung eingearbeitet und das Feld für den Mais hergerichtet werden kann", so Poersch.

Ein Millimeter Boden

Die einzelnen Parzellen stellte Roland Schleicher vom Fachzentrum Agrarökologie Amberg mit Berater Peter vor, wobei er mit dem Spaten die hervorragende Bodenstruktur der Zwischenfrucht-Bestände demonstrierte. Abschließend nahmen die Besucher einige Zahlen mit nach Hause: Ein Millimeter Boden, der abgeschwemmt werde, summiere sich auf 15 Tonnen pro Hektar. Und: "Es dauert Jahrzehnte, bis dieser Millimeter Boden sich wieder regeneriert."
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