"Master" in der alten Polizei

Schriftlich erhielt es Bürgermeister Franz Stahl (2. von rechts) von OTH-Präsident Professor Dr. Wolfgang Baier (links), das Tirschenreuth Kooperationspartner der Hochschule wird. Darüber freuen sich auch Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle (2. von links) und MdL Tobias Reiß. Bild: jr
Lokales
Tirschenreuth
07.10.2015
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"Studieren in Tirschenreuth" - diese Meldung sorgte vor Monaten für Schlagzeilen. In der Kreisstadt wird ein Masterstudiengang Soziale Arbeit eingerichtet. "Aber Hochstuhlstandort bleibt schon Regensburg", bremste Minister Ludwig Spaenle die Euphorie schmunzelnd.

Schon zum Wintersemester 2016/2017 sollen bis zu 35 Studenten am OTH-Lernort ihr Studium beginnen. Die Ausbildung soll im ehemaligen Polizeigebäude erfolgen. In den Umbau investiert die Stadt bis zu zwei Millionen Euro. "Aber das ist gut angelegtes Geld", sagte Stahl im Rathaus.

Mit dabei waren Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle sowie der Präsident der OTH Regensburg, Professor Dr. Wolfgang Baier. Beide überreichten am Ende der Unterredung an Franz Stahl eine Urkunde, in der schriftlich festgehalten ist, dass künftig die Kreisstadt mit der Hochschule kooperieren wird. Entstehen soll in Tirschenreuth ein Bachelor- und Masterstudiengang "Soziale Arbeit". Für den Bürgermeister ist die Entwicklung ein weiterer Teil seiner Arbeit für den "Zukunftsstandort Tirschenreuth". "Unsere Politik ist für die kommenden 30 Jahre ausgerichtet", so Stahl. Erste Erfolge seien bereits sichtbar, so hat die Stadt aktuell mehr Zu- als Wegzüge. Vom Ziel, ein Kooperationspartner der OTH Regensburg zu werden, verspricht sich Stahl einiges. "Wir bieten jungen Menschen eine hochwertige Ausbildung im Herzen unserer Stadt". Professorin Irmgard Schroll-Decker gab kurze Einblicke in den Studiengang "Soziale Arbeit". Angesprochen wird mit dem Studiengang eine neue Zielgruppe, die eine Fachausbildung hinter sich hat und dennoch parallel studieren will. Die Studenten bleiben so ihren Arbeitgebern erhalten. Zwei Professoren sind für den Studiengang als Dozenten vorgesehen. "Damit erweitern wir unser Portfolio für unsere Fakultät", sagte die Professorin. Der Kultusminister erinnerte sich, dass er anfangs dem Konzept mit den drei dezentralen Lernorten Cham, Abensberg und Tirschenreuth wenig Chancen eingeräumt hatte. "Wir erleben derzeit ein bildungspolitisches Wunder, das bei den Koalitionsverhandlungen vor zwei Jahren begann. Bayern erhält 180 Millionen Euro aus Bundesmitteln, die nur für Forschung und Wissenschaft verwendet werden". Ziel sei es auch, Außenstellen zu schaffen. Bisher gebe es in Bayern 30 Hochschulstandorte, die jetzt auf über 50 ausgeweitet werden soll. Gerade mit Hilfe der neuen Medien hätte der Standort Tirschenreuth eine Zukunft, so Dr. Spaenle.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass dies funktionieren wird", gab sich Landtagsabgeordneter Tobias Reiß zuversichtlich. Zum Umbau teilte Stahl mit, dass das Architekturbüro Brückner den Auftrag erhalten hat.
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