Milch keine Ramsch-Ware

Gegen Dumping-Preise bei der Milch zieht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten zu Felde. Und fordert mehr Geld für die Beschäftigten in der Milchindustrie. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
11.09.2015
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Die Zahl klingt bombastisch: Rund 9200 Tonnen Joghurt, Käse, Butter, Quark und Milch haben die Verbraucher im Landkreis im vergangenen Jahr gegessen und getrunken - 125 Kilogramm pro Kopf. Sagt wenigstens die Statistik.

Milch ist nicht nur ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Auch viele Arbeitsplätze in der Region hängen von ihr ab. Darauf weist die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hin und fordert ein Ende des Preis-Dumpings.

"Molkereiprodukte stehen für Qualität. Sie dürfen nicht durch Niedrigpreise verramscht werden", sagt Michael Grundl. Der Geschäftsführer der NGG Oberfranken, die auch für den Landkreis Tirschenreuth zuständig ist, fordert faire Erzeugerpreise und eine bessere Bezahlung der Arbeitnehmer.

"Genauso wie die Bauern brauchen auch die Beschäftigten in der Milchverarbeitung ein vernünftiges Einkommen." Konkret verlangt die Gewerkschaft eine Lohnerhöhung von 150 Euro im Monat für alle Beschäftigten in der bayerischen Milchwirtschaft. Außerdem soll der Arbeitgeber-Beitrag bei der tariflichen Altersvorsorge von derzeit 700 auf 1000 Euro jährlich angehoben werden.

"Molkereiprodukte werden auch im Kreis Tirschenreuth von qualifizierten Fachkräften hergestellt, die für eine gute Arbeit auch gut bezahlt werden müssen", sagt Michael Grundl. Es könne nicht sein, dass man die Milchwirtschaft für das Preis-Dumping der Discounter missbrauche. "Egal, ob auf dem Rücken der Milchbauern oder der Arbeitnehmer."

Bayern erwirtschaftet mit über 26 Prozent den größten Anteil an der deutschen Milchproduktion. Dabei betrage der Anteil der Lohnkosten am gesamten Umsatz nur 6,4 Prozent: In 100 Euro verkauftem Käse oder Joghurt sind nur 6,40 Euro Lohnkosten enthalten. "Hier ist deutlich Luft nach oben", sagt Grundl. Denn der Branche gehe es seit Jahren gut. Davon müssten endlich auch die Beschäftigten im Kreis Tirschenreuth etwas spüren. So sollten auch die Vergütungen der Auszubildenden um 150 Euro steigen. Durch eine attraktive Ausbildung beuge man dem Fachkräftemangel von morgen vor.

Die NGG Oberfranken fordert die Arbeitgeber dazu auf, sich am Verhandlungstisch gemeinsam für die Zukunft der heimischen Milchwirtschaft stark zu machen. Dazu gehöre ein gutes Tarif-Angebot für die Beschäftigten - und ein klares Bekenntnis gegen Dumping-Preise. "Gute Milchprodukte müssen ihren Preis haben. Nur so sichern wir die Qualität für die Verbraucher und die Arbeitsplätze in der Region."
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