Milchmarkt miteinander managen

Ein Strategiepapier überreichte Norbert Meißner (Vierter von links) an Bernhard Schuller und Ludwig Eckert. Mit dabei waren auch Alois Riedl mit Tochter Paula, Christina Kunz (von links) und Hubert Richtmann (rechts). Bild: bz
Lokales
Tirschenreuth
18.12.2014
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Die Zahl klingt bombastisch: Mehr als sieben Millionen Tonnen Milch werden heuer zusätzlich in der Europäischen Union produziert. Aber nicht unbedingt verkauft. Da geht schnell das Gespenst von wachsenden Milchseen und Butterbergen um.

Nicht erst seit dem Russland-Embargo ist der Milchpreis auf Talfahrt. Die Bauern beklagen teils drastische Einkommens-Einbußen von bis zu 50 Prozent. "Und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht", vermutete Norbert Meißner, als er jetzt mit Alois Riedl, Christina Kunz und Hubert Richtmann vom Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM) ein Strategiepapier an die Verantwortlichen der Tirschenreuther Molkerei überreichte. Die Milchbauern befürchten ein Ende des Familienbetriebes.

Mit seinem Konzept will der BDM die Milchmarkt-Krise managen und dabei die Molkereien mit ins Boot holen. Dass ein gutes Einvernehmen mit den Produzenten auch in ihrem Interesse ist, machten die Vorsitzenden Bernhard Schuller (Vorstand) und Ludwig Eckert (Aufsichtsrat) in der manchmal auch hitzigen Diskussion schon deutlich. Gleichwohl baten sie auch um Verständnis, dass die Molkereien nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten arbeiten müssten und sich nicht aus dem europäischen Geschehen ausklinken könnten. Dabei wisse man heute noch nicht, wohin die Reise nach dem Wegfall der Milchquote gehe. Dagegen forderte Christina Kunz einen Runden Tisch aller Beteiligten bei Bundesagrarminister Christian Schmidt, um so ein wirkungsvolles Sicherheitsnetz zu knüpfen. "Die Politik darf nicht alles der freien Marktwirtschaft überlassen, sondern muss Regeln schaffen." Die bisherigen Instrumente reichten bei weitem nicht aus. Und Alois Riedl wollte nicht einfach hinnehmen, dass der Bauer als schwächstes Glied in der Milchwirtschaftskette das Risiko von Marktverwerfungen allein zu tragen habe. Hubert Richtmann hätte sich auch mehr Unterstützung vom Bauernverband erhofft. "Der marschiert nicht in die gleiche Richtung."
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