Mit dem Coach zur Arbeit

Lokales
Tirschenreuth
29.08.2015
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Im Artikel 12 des Grundgesetzes ist das Recht auf Arbeit verbrieft. Trotzdem haben oder finden viele Menschen keine. Um Langzeitarbeitslose zu integrieren, bietet jetzt das Jobcenter (JC) mit EU-Unterstützung ein neues Programm an.

Über den Europäischen-Sozial-Fonds (ESF) und das Bundesprogramm für Langzeitarbeitslose erhält das JC Tirschenreuth vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales zusätzliche Fördergelder für die Integration von 25 Langzeitarbeitslosen. Dabei geht es ausschließlich um Sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze (mindestens 20 Stunden pro Woche) im Landkreis Tirschenreuth.

Bestimmte Kriterien

Die potenziellen Kandidaten dafür müssen bestimmte Kriterien erfüllen. Sie müssen mindestens zwei Jahre arbeitslos und mindestens 35 Jahre alt sein. Für drei "Intensivfälle", gilt: mindestens fünf Jahre arbeitslos. Die neuen Arbeitnehmer werden in der Anfangszeit von Coaches begleitet. Die heißen Stefanie Rühr und Gabriele Wagner, gehören zur Hofer Firma "Transfer" und sind in der Tirschenreuther Nebenstelle in der Bahnhofstraße 36 zu erreichen.

Den Damen fällt eine ganz besondere Aufgabe zu, fungieren sie ja quasi als Schnittstelle zwischen dem neuen Arbeitnehmer und dessen Chefetage. Wagner und Rühr sollen vermeiden, dass bei ersten Unstimmigkeiten das Beschäftigungsverhältnis vorzeitig beendet wird. Die Coaches werden aber auch zum Beispiel bei notwendigen Behördengängen oder auftretenden Problemen unterstützend eingreifen. Ihre Aufgaben sind vielfältig und ganz individuell auf den Einzelnen abgestimmt, denn, "jeder Mensch ist nun mal anders." Sie sind genauso bei Antragstellungen behilflich, wie wenn es darum geht, Kompetenzen zu fördern oder etwa eine Schuldnerberatung aufzusuchen. Gerade am Anfang des Beschäftigungsverhältnisses wollen sie die Teilnehmer ziemlich oft begleiten.

Lukrative Sache

Für Arbeitgeber, die bereit sind Langzeitarbeitslose zu integrieren, ist die Sache sogar lukrativ. Sie erhalten über das EFS Lohnkostenzuschüsse. In den ersten sechs Monaten sind das 75 Prozent, für weitere neun Monate 50 Prozent und anschließend noch einmal, für drei Monate, 25 Prozent. Der Ansprechpartner für Arbeitnehmer ist im JC der Betriebs-Akquisiteur, Albert Klier. Er ist zuständig dafür, das vorhandene Bewerberpotenzial mit Arbeitgeberangeboten abzugleichen und zusammenzuführen. Klier ist bereits seit Anfang August mit Arbeitgebern in Kontakt. Aber nicht nur am Telefon oder per E-Mail verkehrt er mit den Firmen. "Ich werde auch Klinkenputzen", sagt er. Klaus Gredinger, Teamleiter des Arbeitgeberservices der Agentur für Arbeit ist zuversichtlich. "Die Zeit ist günstig", weiß er. "Wir haben im Bezirk 1500 offene Stellen, so viele wie noch nie, deshalb wird das Programm ein gutes Ende und 25 Leute eine Arbeit finden."

Geschäftsführer Leonhard Merkl ist ebenfalls guter Dinge. Er ist sich sicher, dass durch die Betreuung der Coaches, der sogenannte Drehtüreffekt, darunter verstehen die Job-Profis, dass Leute zwei bis drei Wochen in Arbeit sind und dann wieder beim Jobcenter vor der Tür stehen, vermeidbar ist. Zwei Jahre bleibt Zeit die 25 Leute am Arbeitsmarkt zu integrieren. Solange fließt dafür Geld von der EU und vom Bund.
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