Mit der Sprache hapert's halt

Eigens eine große Autogramm-Karte hatten die Kinder des Asylbewerberheims in Tirschenreuth für MdB Reiner Meier und Bürgermeister Franz Stahl gebastelt. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
25.11.2014
42
0

Die Asylbewerber in Tirschenreuth fühlen sich wohl. Aber die oft fehlenden Deutschkenntnisse machen das Zusammenleben schwer. Ein Pilotprojekt soll Abhilfe schaffen.

"Bist du der Bürgermeister?", ruft ein kleiner Junge aus Armenien und zupft Reiner Meier aufgeregt am Ärmel. Der Bundestagsabgeordnete und Bürgermeister Franz Stahl klären den neugierigen Buben gerne auf. Dabei haben sich die Kinder aus über zehn Nationen weltweit dank der Frauen aus dem Arbeitskreis Asyl gut auf den Besuch der Politiker vorbereitet und sogar eine Autogrammkarte gebastelt.

Und auch die erwachsenen Heimbewohner kommen in Scharen in den Aufenthaltsraum. Sie wollen gemeinsam mit den Mitgliedern des AK Asyl sowie den Caritasvertretern Jürgen Kundrat und Julia Zeitler über ihre Probleme als Flüchtlinge sprechen.

Doktorant, Buchhalter und Techniker

Doch in Tirschenreuth gibt es keine großen Sorgen. Meier freut sich, dass sich die etwa 130 Heimbewohner in der Kreisstadt wohlfühlen. Er spricht unter anderem mit einem Doktoranden aus Georgien, einem Buchhalter aus Armenien, einem Techniker aus Äthiopien, einem Handwerker aus dem Irak und einer Hausfrau aus Somalia.

Die Männer und Frauen sind zufrieden mit ihrem Wohnort in Tirschenreuth. Es gibt nur kleine Beanstandungen: Ein junger Mann möchte mehr Privatsphäre, er hat ein Zweibettzimmer. Einige Bewohner bemängeln die Wegesituation zum Heim. Stahl und Meier können hier eine gute Nachricht überbringen: Eine Verbesserung soll im nächsten Jahr in Angriff genommen werden.

Wunsch nach mehr Kontakt zur Bevölkerung

Nahezu alle Heimbewohner wünschen sich mehr Kontakt zur Bevölkerung. Reiner Meier schlägt vor, in Vereinen Anschluss zu suchen. "Dort finden Sie schnell Freunde!" Wichtig für Betreuerin Julia Zeitler und Deutschlehrerin Annemarie Flögel ist ein Sprachkurskonzept.

Flögel erzählt, wie schwierig es sei, Analphabeten und Fortgeschrittene gleichzeitig zu unterrichten. "Und es kommen nahezu täglich neue Menschen, die wieder von Null beginnen müssen."

AK Asyl: Großartiger Einsatz

Reiner Meier sieht hier eine Lösung, die bayernweit greifen kann: Er regt an, sich um ein Pilotprojekt für Tirschenreuth zu bemühen, das in Zukunft bayernweit standardisierte und zertifizierte Sprachkurse ermöglichen soll. Am Ende der gut zweistündigen Gesprächsrunde bedankt sich der Abgeordnete für die interessanten Einblicke.

Meier lobt zudem das Engagement des AK Asyl. "Ohne diesen großartigen Einsatz könnte die Arbeit mit und für die Flüchtlinge nicht geschultert werden!" Meier und Stahl laden am Ende die Flüchtlinge ein, keine Scheu zu haben und sich bei Fragen an die Politiker zu wenden.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8194)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.