Mit historischem Anspruch

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Vor dem Tirschenreuther Bahnhof hält der Triebwagen, die "Haastaaz-Kouh". Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
14.04.2015
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Ein Stück Stadtgeschichte haben die Modellbauer mit der Nachbildung des "Tirschenreuther Bahnhofsgeländes" festgehalten. Das fast zehn Quadratmeter große Modell ist bis 19. Mai im Servicebereich der Volksbank zu besichtigen.

Für Bürgermeister Franz Stahl ist der maßstabsgetreue Nachbau des ehemaligen Bahnhofsgeländes eine Darstellung der Tirschenreuther Zeitgeschichte. Diese Präsentation zeige, wie sich die Stadt verändert hat. Gerade auf diesem Areal seien in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze entstanden und viele weitere werden noch entstehen. Für den Nachbau dieses acht mal 1,20 Meter großen Bahnhofsgeländes sind vor allem Christoph Eckert und sein Sohn Korbinian, Reinhard Legat und Gerhard Wagner verantwortlich.

Am vergangenen Freitag durfte Volksbank-Filialleiter Helmut Wolfrum zahlreiche Ehrengäste im Service- und Beratungszentrum der Volksbank willkommen heißen. Die Volksbank wolle mit diesen Ausstellungen den Künstlern in der Region eine Plattform bieten, sich einer breiten Öffentlichkeit präsentieren. Wolfrum selbst konnte sich noch gut an den "Haastaaz-Bockl" erinnern, mit dem er nach Wiesau und nach Weiden gefahren sei.

Bürgermeister Franz Stahl dankte den Eisenbahnfreunden für ihre "phantastische Arbeit". Hunderte von Stunden und viele Wochenenden seien investiert worden: "Hier wird Kunst erster Klasse präsentiert". Stahl dankte ausdrücklich der Volksbank für ihre Bereitschaft, dieses Modell in ihren Räumen zu präsentieren. Vor allem Kinder und Jugendliche sollten dieses wunderschöne plastische Modell besichtigen.

40 Gebäude nachgebaut

Christoph Eckert, der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde, erinnerte an eine Zeitungsannonce von 2008, mit der Interessenten für den Bau des Bahnhofsmodells gesucht wurden. Schnell sei klar geworden, dass es nicht den Charakter einer Spielbahn haben solle, sondern die Erstellung eines 3D-Modells mit historischem Anspruch. Deshalb sei klar gewesen, dass man auf keine vorgefertigten Bausätze zurückgreifen konnte.

Benötigt wurden zunächst viele Bilder aus dieser Zeit, gesucht wurden auch Gespräche mit Zeitzeugen. Entstanden sei ein originalgetreuer Nachbau des damaligen Areals mit dem entsprechenden Höhenprofil, eben alles maßstabsgetreu. Jedes Haus, so Eckert, sei nach alten Fotos und Plänen individuell gefertigt worden. Insgesamt seien 40 Gebäude und Gebäudeteile nachgebaut worden. "Hunderte von Abendstunden wurden in den Arbeitszimmern verbracht. Gott sei Dank sind die Ehen dabei intakt geblieben!" Enormes leistete Reinhard Legat, der nicht nur das gesamte Holz für die Anlage beisteuerte, sondern auch alle 320 Holzstöße der ehemaligen Fabrik Hübel & Platzer anfertigte. Eckert: "Er war der Motor unseres Teams". Legat ergänzte: "Ohne Christoph und Korbinian Eckert würde hier auf dieser Anlage kein Zug fahren". Eckert erinnerte daran, dass auch so manche Sonderheiten im Zugbetrieb in Tirschenreuth gegeben habe, die nur eingefleischte Eisenbahner kennen und schätzen. All diese Besonderheiten seien auf Stellwänden dargestellt.

Nach sieben Jahre Bauzeit könne nun dieses einzigartige Werk ganz nach dem Motto "Tirschenreuth setzt hier Signale" präsentiert werden. Anschließend stellte Bürgermeister Franz Stahl symbolisch die Einfahrt für Tirschenreuth.
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