Mit Lebensqualität punkten

Jeder Bewohner soll sich als Botschafter der Stadt fühlen.
Lokales
Tirschenreuth
07.02.2015
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Da kann Bürgermeister Franz Stahl ganz schön sauer werden: Immer wieder gibt es wilde Müllablagerungen an Parkplätzen im Stadtwaldbereich. Deshalb wird jetzt verstärkt kontrolliert. "Und bei jedem Verstoß folgt eine Anzeige."

Rund 100 Minuten sprach Bürgermeister Franz Stahl am Donnerstag in der Bürgerversammlung, hielt Rückschau und zeigte Perspektiven der Stadt Tirschenreuth auf. 2014 habe es gezeigt, auch 2015 werde beweisen: "Wir gestalten die Zukunft." Tirschenreuth habe mit Entscheidungen und Projekten die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Gefragt seien dabei stets die Ideen der Bürger. Denn Tirschenreuth sei eine kreative Stadt mit einer unwahrscheinlichen Dynamik.

Im Rückblick fielen die Schlagworte Kommunalwahlen, Bau einer neuen Polizeiinspektion und Stadtjubiläum. Tirschenreuth bleibe das regionale Schwergewicht und das starke Zentrum des wirtschaftlichen Lebens im Landkreis. Wichtig nannte Stahl eine aktive Bürgerkultur, "in der jeder bereit ist, Verantwortung für die Allgemeinheit zu übernehmen". Der Bürgermeister hob hervor: "Jeder Bewohner soll sich als Botschafter der Stadt fühlen."

Tirschenreuth, die "zukunftsorientierte Denkfabrik", könne Erfolge in vielen Bereichen vorweisen. Die Maxime "Tirschenreuth schafft Lebensqualität" gelte für die Arbeit im Stadtrat, auch wenn es mal unterschiedliche Meinungen gebe.

55 Geburten

Der Bürgermeister gewährte auch einen Blick in die Statistik. Aktuell habe Tirschenreuth 8908 Einwohner, ein Minus von 94 im Vergleich zu 2013. 55 Geburten standen 120 Sterbefällen gegenüber. 2014 gab es 447 Zuzüge, 476 Wegzüge. Um dem demografischen Wandel zu trotzen, gelte es Lebensqualität zu schaffen. Die Stadtentwicklung von Tirschenreuth bezeichnete Stahl als unschlagbar. So seien beispielsweise in die Altstadtsanierung bis jetzt rund 33,5 Millionen Euro investiert worden; davon seien rund 19,4 Millionen Euro als Fördermittel geflossen. Im Kommunalen Förderprogramm seien 140 Sanierungsobjekte mit insgesamt 1,128 Millionen Euro gefördert worden. Die Investitionssumme: 6,43 Millionen Euro.

Über den Stadtumbau West seien 27,5 Millionen Euro (seit 1994) investiert worden. Kritik übte Franz Stahl am Volksbank-Areal zwischen dem Marktplatz und der Schmellerstraße, wo nichts geschehe. Auch Banken hätten eine städtebauliche Verantwortung, mahnte der Bürgermeister. Gleiches gelte für den Bau einer neuen Raiffeisenbank an der Falkenberger Straße.

Viel vor hat die Stadt selbst: Stahl verwies auf den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses. Bei der Nutzung des ehemaligen Polizeigebäudes hofft er auf den Einstieg von Investoren. Der Bürgermeister ging auch auf die Süd-Ost-Tangente ein, die unbedingt kommen müsse, um die Innenstadt zu entlasten. "Die Trasse verläuft in jedem Fall östlich von Lohnsitz." Noch in diesem Jahr wolle die Stadt neue Bauplätze beim Lindenweg ausweisen.

Kultur zieht

Gut aufgestellt sei Tirschenreuth im wirtschaftlichen Bereich. Mit der Firma Hamm habe man einen Weltmarktführer, der in den vergangenen Jahren Millionen investiert habe. Wichtig seien auch die "weichen Standortfaktoren". Das Kultur- und Theaterprogramm könne sich sehen lassen. In diesem Jahr stehe die "Tirschenreuther Passion" auf dem Programm. Premiere ist am 14. März. Hervorragend würden auch die Veranstaltungen im Museums-Quartier angenommen.

Zum Abschluss zollte der Bürgermeister allen ehrenamtlich Tätigen ein großes Lob, insbesondere dem Förderverein Fischhofpark und dem Stadtmarketingverein.
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