Mitgefühl und Betroffenheit

"In abartiger und menschenverachtender Weise haben religiös verblendete Fanatiker ein Blutbad angerichtet." Bürgermeister Franz Stahl
Lokales
Tirschenreuth
15.11.2015
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Unfassbares Leid bringen Krieg und Terror zu den Menschen. Auch heute noch, auch in Europa, wie die Schreckensnachrichten aus Paris zeigen. In den Partnerstädten lähmt der Schock die Einwohner.

(pz/ws) Kontakt zu den Freunden im Partnerschaftsverein Amfai in Waldsassens Partnerstadt Marcoussis aufgenommen hat Edeltraud Fischer: Sie gehört dem Vorstands-Quartett der Deutsch-Französischen Gesellschaft und hat den Freunden im Namen der Waldsassener ihr Mitgefühl ausgedrückt. Patricia Blaise, Mitglied des Marcoussiser Stadtrats, erzählte, dass sie zur Zeit der schrecklichen Anschläge in einem Konzert in Marcoussis gewesen sei.

"Wir sind alle sehr schockiert, aber wir müssen weiterkämpfen", beschreibt Patricia Blaise in einer Mail die Situation. Ihr Sohn, der Arzt Alexandre Bussiere, war abends nach dem Bekanntwerden der Anschläge zum Konzertsaal Bataclan gefahren. Dort habe er, wie es in der Mail aus Marcoussis heißt, ein "Blutbad" vorgefunden und die Nacht über die vielen Schwerverletzten versorgt.

Anruf bei Freunden

Edeltraud Fischer berichtet von einem Anruf bei einer weiteren Freundin in Marcoussis: Sie wäre besonders schockiert gewesen. Erst einige Tage zuvor war sie mit Freunden der Amfai in Paris genau in der Gegend unterwegs gewesen, wo die Anschläge verübt worden waren. Tief sitzt der Schock auch in der Tirschenreuther Partnerstadt La Ville du Bois. Der Ort liegt, wie Marcoussis, nur wenige Kilometer südlich von Paris. "Wir haben angerufen und unseren Freunden in Frankreich unsere Betroffenheit ausgedrückt", schildert Peter Gold, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins amitié. Die Menschen seien erschüttert, gibt Gold seinen Eindruck wieder. Erwartet werde jetzt, dass die Sicherheitsmaßnahmen noch weiter verschärft werden. Schon seit dem Anschlag im Januar auf die Mitarbeiter von Charlie Hebdo seien Reaktionen erfolgt. Vor Schulen gebe es eine Art Sperrrgebiet. Den Freunden in La Ville du Bois will Gold auch persönlich seine Anteilnahme aussprechen. So will der 2. Bürgermeister der Kreisstadt zum nächsten Neujahrsempfang der Partnerstadt reisen.

Die unfassbaren Ereignisse in Paris fließen auch in die Reden beim Volkstrauertag mit ein. "Die Bilder machen uns deutlich, dass die Welt nicht von Frieden regiert wird", mahnt etwa Fuchsmühls Bürgermeister Wolfgang Braun. Am Ehrenmal in Tirschenreuth war Franz Stahl von den Ereignissen in Paris schockiert: "In abartiger und menschenverachtender Weise haben religiös verblendete Fanatiker ein Blutbad angerichtet".
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