Mittelschüler erleben Geschichte hautnah - Arbeitslager und Gefängnis Bautzen
Unrecht nicht vergessen

Günther Rehbein berichtete über sein Leben und zitierte aus seinem Buch "Gulag und Genossen: Aufzeichnung eines Überlebenden.
Lokales
Tirschenreuth
18.03.2015
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Eine etwas andere Unterrichtsstunde erlebten die 9. und 10. Klassen der Mittelschule. Zeitzeuge Günther Rehbein berichtete über sein Leben und zitierte dabei teilweise aus seinem Buch "Gulag und Genossen: Aufzeichnung eines Überlebenden".

Gebannt und mucksmäuschenstill lauschten die Schüler den Erzählungen des Mannes aus der ehemaligen DDR, der sie damit in seinen Bann zog. Er ließ die Schüler hautnah erleben, was es heißt, seine Freiheit zu verlieren und in einem System ohne Rechte zu leben. 1952 wurde Rehbein wegen kritischer Äußerungen verhaftet und von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Arbeitslager in Workuta verurteilt. Frei kam er im Jahr 1955 wie 10 000 andere Gefangene durch Konrad Adenauer.

Gängelung und Verfolgung

Aber dann ging die Verfolgung in der DDR weiter; es folgten brutale Eingriffe in sein Leben. So wurde er im Jahr 1968 zu vier Jahren Haft im Gefängnis Bautzen verurteilt. Erst mit der Wende waren Bespitzelung, Gängelung und Verfolgung zu Ende. Im Jahr 2009 konnte er endlich seine Tochter, die 1953 zwangsweise zur Adoption freigegeben worden war, in die Arme schließen. Seitdem reist er durch das Land und versucht, Schülern diese Zeit begreifbar zu machen.

Rektor Wilhelm Trisl bedankte sich bei Herrn Rehbein sehr herzlich für den informativen und fesselnden Vortrag, der eindrucksvoll dazu diente, dass geschehenes Unrecht nicht vergessen wird.
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