Modernes Brandmarken

Wie sein großes Vorbild ist auch Franco Cernac in Venedig verliebt. "Die Stadt ist immer eine Reise wert, da bin ich ziemlich oft", sagt der italophile Künstler. Klar, dass es dabei nicht beim reinen Besuch bleibt, sondern auch das eine oder andere ansprechende Kunstwerk entsteht. Bild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
03.05.2015
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Was in Franko Cernacs Acryl-Bildern glänzt, ist pures Gold. Daneben stellt der Maler aus Weiden im Foyer des Krankenhauses großformatige Pyrografien aus.

Seine Brandmalereien zeigen ausschließlich Werke von Albrecht Dürer, dem Vorbild von Franko Cernac. Gerade die Kupferstiche des alten Meisters haben es ihm angetan. Mit Bleistift skizziert er die Motive des Meistermalers auf die Sperrholzplatte, bevor er zum Pyrografen, eine Art Lötkolben mit wechselbaren Spitzen, greift und damit die Konturen ins weiche Holz brennt. Die Malerei sei ihm in die Wiege gelegt worden, sagt der gebürtige 62-jährige Kroate, der seit 37 Jahren in Deutschland lebt. Schon in der Schule sei für ihn das Malen immer das Wichtigste gewesen. Es kam, wie es kommen musste, Cernac begann an der Kunstakademie in Zagreb zu studieren. Aus finanziellen Gründen ging das aber leider nur ein Jahr. Deshalb bezeichnet er sich heute auch als Semi-Profi.

Von der Kunstmalerei leben, was immer sein Wunsch gewesen ist, kann er nicht. Mitte der 1980er Jahre hatte er in Amberg eine Galerie mit Atelier. Heute lebt er in Weiden und betreibt dort ein Malergeschäft. Maler im handwerklichen Sinn. Das heißt Wände und Türen streichen und was sonst alles dazu gehört. Mit 40 mal 60 Zentimetern haben die Pyrografien eine stattliche Größe. 13 Stück zeigt er davon im Foyer des Krankenhauses. Eines davon ist ein Selbstportrait seines Vorbildes, Albrecht Dürer. Noch wesentlich größer sind die Gemälde, die er mit Acrylfarben auf die Leinwand bringt. Darin drückt er sich in fast naturalistischer bis abstrakter Art und Weise aus. Schnörkellos und auf das Wesentliche beschränkt arbeitet der Künstler gerade in der Abstraktion. Doch geht er nie so weit, dass er den Betrachter vor Rätseln stehen lässt. Mit knappen Titeln garniert erschließt sich ihm deshalb mühelos jedes Bild so, wie es der Schöpfer gedacht hat. Franko Cernac ist im Kunsthaus Waldsassen engagiert. Zur Ausstellung in Tirschenreuth, die noch bis Ende Mai zu sehen ist, kam er durch Dr. Zdenek Binder, den er schon lange kennt und seinen Freund und Landsmann (legt man das ehemalige Jugoslawien zugrunde), Tom Brankovic, den er noch länger zu seinen Freunden zählt.
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