Nicht mehr in den Schlosskeller

Mit einem wunderbaren Kreuzgewölbe überrascht der alte Schlosskeller. Bild: Thomas Sporrer
Lokales
Tirschenreuth
24.10.2015
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Die alten Schlosskeller ziehen viele Besucher an. Doch künftig ist damit Schluss. Denn im November startet der Umbau der alten Polizei für die Studierenden.

Am Mittwoch, 28. Oktober, um 18 Uhr besteht definitiv zum letzten Mal die Möglichkeit, die alten Schlosskeller unter der ehemaligen Polizeidienststelle zu besichtigen. Aus geplanten sechs Führungen sind heuer unglaubliche 27 geworden. Mehr als 450 Gäste nutzten die Gelegenheit, in die Geschichte Tirschenreuths als Stadt der Äbte vom Kloster Waldsassen einzutauchen. Ab November steht in dem historischen Gebäude der Umbau an, die OTH mit dem Studiengang "Soziale Arbeit" wird in 2016/2017 einziehen.

"Vom Kaiser, dem Schloss und tapferen Verteidigern" hieß die wohl erfolgreichste Führung, die je in Tirschenreuth gelaufen ist. Mit viel Aufwand wurde die Geschichte um Schlosskeller, Schlossgelände und Klettnersturm durch die Gästeführer Thomas Sporrer und Cornelia Stahl erforscht und für die Führung aufbereitet. Als Unterstützer fungierten Franz Krapf vom Historischen Arbeitskreis und Margot Gleißner, die den Nachlass ihres Mannes Max zur Verfügung stellte.

Es war ein Erfolg, den so keiner erwartet hatte, betonen die beiden Gästeführer, die auch die Idee dazu hatten. "Wir haben die einmalige Chance genutzt, die Keller aus dem 14. und 15. Jahrhundert vor dem Umbau nochmals vorzustellen", so Thomas Sporrer, "und den Tirschenreuthern hat es scheinbar gefallen".

Film im Kreuzgewölbe

Mit großen Postern wurde die Arbeit von Max Gleißner vorgestellt, der die historischen Keller wiederentdeckt hat, dazu gab es eine Videosequenz, in der altes und neues Stadtbild ineinander übergingen. "Die Tirschenreuther konnten plötzlich sehen, wo das Schloss heute stehen würde" betonte Cornelia Stahl. Dazu wurde auf eine Leinwand verzichtet, der Beamer strahlte direkt auf die Feldsteinwand im Kreuzgewölbe. Nach den Kellern wurde das Gelände des ehemaligen Schlosses umrundet und am Klettnersturm die bedeutendsten Gäste im Tirschenreuther Schloss vorgestellt. Einer davon war Kaiser Karl V., der wohl mächtigste Deutsche Kaiser im ausgehenden Mittelalter . Er war im 16. Jahrhundert vier Tage zu Gast in Tirschenreuth.

"Das Konzept, Geschichte direkt vor Ort an den Originalschauplätzen vorzustellen, hat sich wieder einmal bewährt", so die Gästeführer, die im nächsten Jahr schon wieder ein neues Projekt angehen wollen. Es geht wieder "unter der Erde". Diesmal aber in Privatkeller am und um den Marktplatz, die sonst der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Buchbar ist 2016 wieder alles über die Tourist-Info in Tirschenreuth.
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