Nicht nur die Symptome lindern

Aktuelle Gesundheitsthemen diskutierten AOK-Direktor Klaus Lill und MdB Uli Grötsch (von links) in Tirschenreuth. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
11.02.2015
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Unsere Gesellschaft wird immer älter. Dadurch werden auch die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung langfristig steigen. Was man tun kann, diskutierten AOK-Direktor Klaus Lill und SPD-MdB Uli Grötsch

Die aktuelle Situation im Gesundheitswesen vor allem nach Inkrafttreten des Finanzstruktur- und Qualitätsweiterentwicklungsgesetzes stand im Mittelounkt des Gesprächs. " Wer weiterhin eine hochwertige Versorgung sicherstellen will, ohne die Krankenkassenmitglieder über Gebühr zu belasten, muss die Finanzstruktur der Gesetzlichen Krankenversicherung nachhaltig festigen", forderte Lill. "Sie sichert einen fairen Wettbewerb zwischen den Kassen und stärkt die Qualität in der Versorgung."

Damit stieß der AOK-Direktor auf offene Ohren bei MdB Grötsch: "Die SPD-Bundestagsfraktion bekennt sich nachhaltig zur gesetzlichen Krankenversicherung. Eine hochwertige medizinische Versorgung in allen Lebensbereichen muss auch künftig eine Selbstverständlichkeit in Deutschland sein", so Grötsch.

In diesem Zusammenhang erläuterte Direktor Lill auch die derzeitige Problematik der hausarztzentrierten Versorgung (Hausarztvertrag). Die AOK Bayern halte weiterhin an der hausärztlichen Versorgung fest. Lill wies weiter auf die vielfältigen Aktionen und Projekte der AOK in Form betrieblicher Gesundheitsförderung sowie Arbeitgeber-Seminaren. Beim Thema "Gesundheitsvorsorge" stießen die Gesprächspartner ins gleiche Horn: "Eine aktive Gesundheitspolitik muss dort ansetzen, wo Krankheiten entstehen und nicht nur die Symptome lindern. Deshalb freue ich mich über die Initiative von Direktor Lill und der AOK in Tirschenreuth", so Grötsch.

Lill verwies auch auf das eben neu erschienene Gesundheitsprogramm der AOK-Direktion Tirschenreuth. Darin sind wieder fast 50 Kurse und Veranstaltungen zu den Themen Bewegung, Ernährung und Entspannung. Auch Projekte wie z. B. "Gute gesunde Schule", in denen Lehrern und Schülern richtige Ernährung nähergebracht wird oder die jährlich stattfindende Aktion "Mit dem Rad zur Arbeit" an der im Jahr 2014 in Bayern mehr als 50 000 Teilnehmer zu verzeichnen waren, wurden angesprochen.

Die AOK sei auch weiterhin an der Standorterhaltung und Sicherung der Arbeitsplätze interessiert. Nahezu 70 Mitarbeiter in drei Geschäftsstellen sicherten die örtliche Nähe und seien auch als Arbeitgeber ein wichtiger Teil der Region. Direktor Lill betonte auch, dass die Prävention nicht nur Aufgabe der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern auch durch die privaten Krankenversicherung praktiziert werden sollte.
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