Noch viele Eisen im Feuer

60. Geburtstag feiert am heutigen Samstag Landrat Wolfgang Lippert. Seit sieben Jahren steht der Kemnather an der Spitze des Landkreises. Bild: bz
Lokales
Tirschenreuth
06.06.2015
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Eigentlich ist ja die "Sieben" des Landrats Glückszahl. Heute allerdings ist es ausnahmsweise die "Sechs". Und das gleich mehrfach. Schließlich wird Wolfgang Lippert am 6.6. 60 Jahre.

Den Geburtstag feiert der Landrat mit Freunden und Wegbegleitern. Und natürlich der Familie und vor allem den Mitarbeitern. "Das ist mir ein besonderes Anliegen, schließlich sind sie entscheidend für die Funktionstüchtigkeit des Amtes."

Seit sieben Jahren steht der frühere Konrektor an der Spitze des Landkreises. In Frankenreuth aufgewachsen, besuchte Lippert zuerst die Schule in Marktredwitz und wechselte dann wegen der schlechten Zugverbindung ins St.-Peter-Internat nach Tirschenreuth. Nach Abitur am Stiftland-Gymnasium und Wehrdienst bei den Pionieren studierte der Sohn eines Forstmannes zunächst Lehramt für Landwirtschaft. "Ich hab' als Jugendlicher viel bei Bauern ausgeholfen und war fasziniert von der Arbeit", sagt er rückblickend.

Der Natur verbunden

Später wechselte Lippert zum Lehramtsstudium für Hauptschulen und landete nach einer Zwischenstation in Markt Schwaben in Kemnath, wo er bis zu seiner Wahl als Landrat immer die Abschlussklassen unterrichtete. Die Naturverbundenheit ist ihm immer noch wichtig. Erst dieser Tage war er eine Woche Holz machen für den heimischen Kachelofen.

Aber auch sonst ist der Landrat aktiv. Mit dem Ski im Winter und dem Rad im Sommer. Und dann geht's auch mal ins Fitness-Studio. "Ich brauche diesen sportlichen Ausgleich als Ventil, damit der Kopf auch wieder frei wird."

Denn das Amt hat es schon in sich. "Die langen Arbeitstage, oft 16 oder 17 Stunden, sind schon belastend", sagt Lippert. "Da musst du dir auch mal brutal Freizeit gönnen, auch wenn der Terminkalender eigentlich keine vorsieht." Wobei ein Termin immer gesetzt ist: der Schafkopf mit Freunden. Zuflucht, Sonne und Wärme sucht der Landrat auch im Urlaub, oft in Ägypten. Ausspannen kann er auch beim Autofahren. Auch da mag es der Technikbegeisterte ein bisserl sportlich.

Und da findet sich dann auch wieder die "Sieben" auf dem Nummernschild. "Ein Spleen", gibt Lippert zu, den mittlerweile auch Ehefrau Edith und die Kinder übernommen haben. Und der Landrat selbst hat die Glückszahl wiederum von seinem Vater. Wie auch die politische Einstellung. Georg Lippert war ein Urgestein der Freien Wähler im Landkreis, Fraktionssprecher im Kreistag, bis er dann nach Fichtelberg wegzog.

"Unehrlichkeit oder Hintergedanken sind ihm immer fremd gewesen", sagt der Sohn heute, den die Geradlinigkeit und Transparenz, aber auch die klarten Worte schon geprägt haben. Zwar war Wolfgang Lippert als BLLV-Kreisvorsitzender zuvor schon aktiv und als Kreisrat und Stadtrat im politischen Geschäft, aber Landrat? Da sagte er erst einer Kandidatur zu, als er merkte, dass niemand von den Freien Wählern das Erbe von Karl Haberkorn antreten wollte. Und nachdem ihm die Bürger im vergangenen Jahr gegen gleich vier Kandidaten schon beim ersten Wahlgang wieder im Amt bestätigt haben, spricht er von einer besonderen Ehre, aber auch Herausforderung. "Den Auftrag möchte ich optimal erfüllen."

Tourismus ausbauen

Und das möglichst im Miteinander aller politischen Kräfte. "Wenn wir uns konzentrieren auf die Themen des Landkreises, dann geht auch was vorwärts." Und da weiß Lippert "viele Eisen im Feuer, die man noch schmieden kann". Das Radwegenetz und die zwei Radhersteller Ghost und Cube zum Beispiel sind für ihn ein Kapital, "das man noch besser spielen muss". Und er sieht Chancen, die jetzt in der touristischen Vermarktung des Vulkanismus in der Region liegen. Außerdem ist Lippert ein Befürworter des interkommunalen Industriegebiets. "Autobahnanschluss und Eisenbahnverbindung - das ist doch fast nicht mehr zu optimieren."

Und was wünscht sich der Landrat persönlich? Keine Geschenke jedenfalls, sondern höchstens Spenden für die Aktion Lichtblicke, deren Schirmherrin Ehefrau Edith ist. "Und Gesundheit, um die Zukunft mit viel Elan zur Zufriedenheit der Bürger zu meistern."
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