Nur wenige "Schadereignisse"

Ein Wald ohne Weg ist wie ein Haus ohne Tür.
Lokales
Tirschenreuth
17.02.2015
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Bessere Wege oder die Schaffung von Mischbeständen: In vielen Bereichen können die Waldbesitzer eine Förderung in Anspruch nehmen.

Gut besucht war am Mittwoch die Mitgliederversammlung der Forstbetriebsgemeinschaft Tirschenreuth im Kettelerhaus. Von den 1265 Mitgliedern waren immerhin 199 anwesend. Im Blickpunkt dieser Versammlung standen der Rechenschaftsbericht von Vorsitzendem Johann Meister und der Geschäftsbericht von Wolfgang Beer. Einstimmig wurde der veranschlagte Haushaltsplan für 2105 verabschiedet.

Zu Beginn der Versammlung wurde dem Ehrenvorsitzenden Ernst Kahl gedacht, der im Juni vergangenen Jahres verstorben ist. Kahl war 28 Jahre im Vorstand der Forstbetriebsgemeinschaft tätig. "2014 war für die Forstbetriebsgemeinschaft ein normales Holz- und Geschäftsjahr", betonte Johann Meister in seinem Rechenschaftsbericht . Die vermarktete Holzmenge sei es geringer gewesen als in den vergangenen Jahren. Der Grund dafür sind die wenigen "Schadereignisse". Nur örtlich habe es einen stärkeren Borkenkäferbefall gegeben. Dabei seien vor allem vorgeschädigte Bestände, durch Schneebruch oder Windwurf, betroffen gewesen. Oft seien diese Bestände durch schlechte Zufahrtsmöglichkeiten aufgefallen.

Meister stellte in seinen Ausführungen heraus, dass das Einbringen von Laub- und Nadelhölzern zur Gründung von Mischbeständen finanziell unterstützt werde. Die Hilfe umfasse dabei die notwendigen Arbeiten zur Sicherung der Kulturen während der ersten fünf Jahre. Zuschüsse würden auch für die Pflege des Jungbestandes gewährt.

Zuschuss für Erschließung

Bezuschusst werde auch die Walderschließung. "Ein Wald ohne Weg ist wie ein Haus ohne Tür", so Meister. Ohne vernünftige Zufahrten und Wege sei die Pflege und die naturnahe Nutzung des Waldes nicht möglich. Gefördert werde unter anderem auch die Bodenschutzkalkung, das Erstellen vor Forstbetriebsgutachten, die Abwehr von Larvenfraß, die insektizidfreie Borkenkäferbekämpfung, die Seilkrananbringung an Sonderstandorten, der Ausgleich von Waldbrandschäden und die integrative Waldbewirtschaftung. Förderungen gebe es auch bei höherer Gewalt. Weitere Informationen biete das Amt für Landwirtschaft und Forsten. Um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden, so der Vorsitzende, habe die Forstbetriebsgemeinschaft mit Michael Pröls einen qualifizierten und engagierten Förster eingestellt. Diese Entscheidung sei durch die Tatsache erleichtert worden, dass mit der Stadt Tirschenreuth ein Vertrag über Betriebsleitung und Betriebsausführung des Stadtwaldes geschlossen wurde. Meister ging auf die Aufzeichnungspflichten ein. So müsse unter anderem der Holzverkauf dokumentiert werden, ebenso Arbeiten im Mindestlohnbereich. "Das ist ein enormer Aufwand", betonte der Vorsitzende. Diese Aufzeichnungen müssen mindestens zwei Jahre aufbewahrt werden. Abschließend verwies Meister darauf, dass ein neues Betriebsfahrzeug angeschafft wurde.

4,3 Millionen Euro Einnahmen

Einen Einblick in die Finanzen des Forstbetriebsgemeinschaft gewährte Aurelia Haberkorn. Im vergangen Jahr nahm die Gemeinschaft 4,294 Millionen Euro ein, die Ausgaben betrugen 4,187 Millionen Euro. Kassenprüfer Engelbert Meier bescheinigte, dass es keinerlei Beanstandungen gab. Nach der einstimmigen Entlastung wurde ohne Gegenstimme auf der Haushaltsplan (weiterer Beitrag über den Geschäftsbericht von Wolfgang Beer folgt) .
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