Ohne Seil und Haken

Ohne großes Verletzungsrisiko lassen sich die Routen an der Boulder-Wand im Stiftland-Gymnasium durchsteigen. Die jungen Gäste der Einweihungsfeier testeten sogleich die Eignung. Bild: axs
Lokales
Tirschenreuth
29.05.2015
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Felsblock ist keiner da. Und auf einen Sicherungsgurt können die Kletterer auch verzichten. Beim "Bouldern" dürfen sie getrost einmal runterfallen - ganz ohne Verletzungsrisiko.

Die Sektion Karlsbad im Alpenverein ist ein echter Aktivposten in der Kreisstadt. Die zahlreichen Mitglieder stellen Jahr für Jahr ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine. Und jetzt haben sie ein weiteres Angebot: einen Boulder-Raum.

Wo früher ein alter Kraftraum mit ausrangierten Geräten war, leuchten jetzt unzählige farbige Griffe an den Wänden und der Decke. Den Boden bedeckt eine dicke Matte. Beim Bouldern, dem Klettern in geringer Höhe ohne Sicherung, können die Sportler an ihrer Technik arbeiten, egal ob Kletter-Anfänger oder erfahrener Alpinist.

"Wir können stolz sein", freute sich bei der Einweihung ein glücklicher Vorsitzender Horst Wagner. Lange wurde am neuen Projekt der Kletterfreunde gewerkelt. Direkt neben der Dreifach-Turnhalle im Stiftland-Gymnasium kann man ab jetzt ganz ohne Verletzungsrisiko die Wände hinauf steigen.

Stellvertretender Landrat Alfred Scheidler wies auf die Vorteile hin: "Man kann hier bei jeder Jahreszeit trainieren, auch im Winter." Der Politiker wusste: "Wenn man einen Sport auf einem gewissen Niveau betreiben möchte, dann braucht es die richtigen Voraussetzungen." Und die wurden hier geschaffen. Franz Stahl sah in dem Raum, der auch den Schülern des Stiftland-Gymnasiums offen steht, eine weitere Attraktion für die Stadt: "Es kann die Menschen für das alpine Spektrum begeistern."

In Eigenleistung

Außerdem freute sich der Bürgermeister über den enormen Zulauf, den der Alpenverein auch an jungen Menschen bekommt. Die Mitglieder, die das Projekt zu großen Teilen in Eigenleistung realisiert haben, könnten jetzt risikofrei die Herausforderung im Kleinen suchen und sich auf das Klettern in der Natur vorbereiten. "Das unterstützen wir auch gerne", versprach Stahl und übergab für den Anfang einen Scheck über 1000 Euro an den Alpenverein.

Gut für Anfänger

"Der Raum ist eine Bereicherung für unsere Schule", fügte Direktor Georg Hecht an. Am Stiftland-Gymnasium besteht bereits eine sehr beliebte Kletter-AG. Und in naher Zukunft will man auch einige Lehrer auf spezielle Boulder-Fortbildungen schicken. Nach dem kirchlichen Segen sprach Jugendreferent und Hauptorganisator Michael Schornbaum noch von der guten Gemeinschaft, die im Verein herrscht: "Ich bedanke mich bei den vielen Helfern." Die Erweiterung der Angebote sei dringend nötig gewesen, so Schornbaum, da die bestehende Kletterwand regelmäßig überfüllt gewesen sei. Für die Zukunft wünschte er sich, dass noch mehr Menschen für den Klettersport begeistert werden können: "Wir haben hier auch ganz bewusst viele leichte Routen für Anfänger gesteckt."
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