Ortsgeschichte in H 0

Vor den Porzellinerhäusern reihen sich die Traktoren auf dem Weg zum Lagerhaus.
Lokales
Tirschenreuth
17.01.2015
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Gemächlich passiert die "Haastaaz-Kou" die Kornbühlstraße, rollt vorbei an " Aral-Hager" und stoppt geräuschvoll am Bahnhof. Eine Szene aus den 50er Jahren, die an einem großartigen Modell nicht nur die Kinder beeindrucken wird. Auf fast neun Quadratmetern haben Modellbauer ein Stück altes Tirschenreuth auferstehen lassen.

Gut 2500 Stunden haben Christoph Eckert, Reinhard Legat, Gerhard Wagner und Herbert Konrad in den "Tirschenreuther Bahnhof" investiert. Dabei richtete sich ihr Blick in die Vergangenheit, auf ein Stück Ortsgeschichte, von dem kaum etwas übrig geblieben ist. Freilich werden viele Tirschenreuther das Gelände noch "im Kopf" haben. Und sie werden staunen, wenn sie den Vergleich mit der H-0-Landschaft vornehmen dürfen. Bis hin zu den Bretterstapeln oder Baudetails hält das Diorama ein Stück Ortsgeschichte maßstabgerecht und akribisch genau fest.

Viele Details

Im Parterre des Missionhauses St. Peter haben die Modellbauer vor Jahren Platz für ihr Projekt gefunden. 2008 schon begannen die Überlegungen, jetzt ist der "Tirschenreuther Bahnhof" kurz vor der Fertigstellung. Es fehlen nur mehr wenige Details, etwa die Ausgestaltung der Geländeoberfläche. Gewachsen ist die Anlage auf rund acht mal einen Meter Fläche. Doch nicht allein die Größe lässt staunen: Vor allem die vielen Details und die Genauigkeit bei der Ausführung beeindrucken nicht nur die Eisenbahnfans. Bürgermeister Franz Stahl und die Mitglieder des Hauptausschusses durften am Montag die Anlage bestaunen und waren allesamt begeistert. Und dieses Erlebnis will Stahl auch den Bürgern bieten. Ein passender Ausstellungsort für das Modell könnte der Anbau hinter dem "Haus am Teich" sein. Da muss aber noch genau gemessen werden. Einen ersten Blick kann die Öffentlichkeit wohl in der zweiten Osterwoche auf die Anlage werfen. Dann soll das Modell, das aus drei Segmenten besteht, in der Volksbank gezeigt werden.

27 Meter Gleis

Neben der bestechenden Detailtreue kann das Modell mit entsprechenden Zahlen aufwarten: Rund 27 Meter H-0-Gleis entsprechen im Original etwa zweieinhalb Kilometer, dazu kommen 16 Weichen und rund 40 Gebäude, vom Bahnhof, über Industriebauten bis hin zu Wohnhäusern. Rund 12 000 Mini-Brettchen haben die Modellbauer zu 300 Holzstößen gestapelt. "Viel Arbeit, aber auch jede Menge Spaß", versichert Legat.

Neben den Stunden hat das Modell auch Geld gekostet. Rund 4000 Euro, 1300 Euro davon Spenden, der Rest durch die Stadt. Rentiert hat sich diese Ausgabe allemal, denn der "Tirschenreuther Bahnhof" ist weit mehr als eine gelungene Bastelarbeit - eben ein lebendiges Stück Ortsgeschichte.
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