Platz für Evangelisten ist bereitet

Lokales
Tirschenreuth
24.01.2015
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Glitzervorhänge und ein Regenbogen. Darüber der Schriftzug, "Fantasie ist die Gabe, unsichtbare Dinge zu sehen." Die Bühne im Kettelerhaus gehört noch ganz dem Fasching. Aber sie verändert sich langsam und fast unmerklich für die anstehende Passion.

Karl Schwägerl und Anton Beer werkeln vor der eigentlichen Bühne. Akkuschrauber und Stichsäge stören nur ab und zu die Ruhe. Links und rechts der Mitteltreppe, die nach der Faschingsgaudi abgebaut wird, entstehen die Vorbauten, auf denen bei der Passion 2015 die Podeste für die Evangelisten ihren Platz finden. Auch die Halterung für den Kreuzbalken sind bereits installiert.

Eingespieltes Team

Die beiden brauchen nicht viele Worte. Sie sind nicht nur als Schauspieler auf der Bühne dabei, sondern zeichnen auch maßgeblich für den Aufbau verantwortlich. Karl Schwägerl außerdem auch noch für das richtige Licht und den perfekten Ton. Lautsprechertechnik und Subwoofer sind bereits installiert und jede Menge Kabel "unsichtbar" verlegt.

Verlässliche Helfer

Als Helfer stehen den beiden Meistern Bineyam Antereh, Samuel Arebru und Jamil Kalo Tamo aus dem Asylbewerberheim zur Verfügung. Drei verlässliche Partner, die immer da sind, wenn starke Männer oder Schauspieler gefragt sind. Die Hauptarbeit steht aber noch aus. Im hinteren Bühnenteil werden nach Aschermittwoch die Raum-Mikrofone abgehängt. Als wahre Sisyphusarbeit erweist sich immer wieder das Einrichten der aufwendigen Lichteinstellungen. 130 sind es aktuell. Es gibt zwar einen USB-Speicherstick, auf dem die Grundlicht-Stimmungen der letzten Passion gespeichert sind, und den die Elektronik im Mischpult auslesen kann. "Trotzdem ist immer noch viel Handarbeit zu leisten", weiß Schwägerl.

Während er selbst auf der Bühne steht, sitzt sein Sohn Tobias am Mischpult und sorgt dafür, dass Licht und Sound, wie gewollt, die Sinne der Zuschauer ansprechen. Drei Nächte rechnet Karl Schwägerl, in denen er zusammen mit seinem Sohn und dem Autor und Regisseur, Johannes Reitmeier akribisch die 130 Einstellungen nacheinander abarbeitet. Bei der ersten Passion 1997 konnten die Techniker auf 54 Scheinwerfer zurückgreifen, jetzt sind es knapp 100. Den Bühnenvorbau konnten Schwägerl und Beer zu zweit bewältigen. Für die Installation der großen und schweren Bühnenteile sind weitere Mitarbeiter des Bauhofs dabei. Diese Kulissen sind derzeit im Keller gelagert. Die Mauerteile sind vier mal drei Meter groß und zentnerschwer.

Blessuren verarzten

Anton Beer ist dabei, sie an Ort und Stelle aufzuhübschen. Auch sie sind seit 1997 im Einsatz und haben kleinere und größere Blessuren. Heuer werden sie wohl letztmalig Verwendung finden. Zur Euro-Passion 2020 überrascht der Regisseur mit einer neuen Inszenierung. Da wird auch das Bühnenbild komplett erneuert.
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