Profil der Schule geprägt

Personalratsvorsitzender Tobias Lang, Elternbeirätin Dr. Elvira Leonhardt-Heinrich, Alfred Ehstand und Ehefrau Christine sowie Wolfgang Fröhlich und Schulleiter Georg Hecht (von links) bei der Verabschiedung. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
28.07.2015
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Geschichte war zwar nicht ihr Fach, aber Alfred Ehstand und Wolfgang Fröhlich haben Schulgeschichte geschrieben. Jetzt verlassen die beiden Lehrer das Stiftland-Gymnasium. Nicht nur für die Ferien.

Schulleiter Georg Hecht, Personalratsvorsitzender Tobias Lang, die Elternbeirätin Dr. Elvira Leonhardt-Heinrich und die jeweiligen Fachbetreuer würdigten in einer kleinen Feierstunde den beruflichen Weg der beiden Pädagogen, die beide sozusagen "Eigengewächse" sind.

Der langjährige Oberstufenkoordinator und Fachbetreuer für Wirtschaft/Recht Alfred Ehstand prägte wie kein anderer das Profil des Stiftland-Gymnasiums. Nach dem Abitur in Tirschenreuth studierte er in München Wirtschaftswissenschaften, Geografie, Erziehungswissenschaften und Sozialkunde.

Nach Stationen in München, Nittenau, Cham und Regensburg kam er 1978 ans Stiftland-Gymnasium. Neben seinen Fächern leitete er Schulbibliothek sowie lehrmittelfreie Bücherei, war Fachbetreuer für Wirtschaft/Recht und Geografie und seit 1999 Kollegstufenbetreuer und Oberstufenkoordinator. Mit dem Einzug des Computers in die Schulen setzte er von Anfang an diverse Programme und später das Internet zur Veranschaulichung des Unterrichtsstoffs ein. Darüber hinaus betreute er jahrzehntelang die Schulmannschaften in Leichtathletik und Tennis, war sogar Bezirksobmann der Oberpfalz.

Auch im Personalrat, dessen Vorsitzender er von 1986 bis 1992 war, engagierte sich Alfred Ehstand. 2002 gab er den Startschuss zur seither fest etablierten schulinternen Evaluation. Er war aktives und ideengebendes Mitglied in der Schulentwicklungsgruppe und vom Kultusministerium 1990 als sogenannten "DDR-Referent" in Thüringen und Sachsen eingesetzt.

Ehstand war vielen Schülergenerationen ein verlässlicher Berater und Fürsprecher auf der letzten Wegstrecke zum Abitur. Seine Verantwortung zeigte sich zuletzt dadurch, dass er auch noch nach seiner offiziellen Pensionierung seinen Oberstufenkurs bis zum Abitur unterrichtete und die Abiturprüfungen abnahm.

Nach mehr als drei Jahrzehnten ging Wolfgang Fröhlich in den Ruhestand. Nach dem Abitur 1973 studierte er in Regensburg Mathematik und Physik für das Lehramt an Gymnasien. Im September 1984 wurde er auf eigenen Wunsch an das Stiftland-Gymnasium versetzt. Anerkennung bei seinen Schülern fand er wegen seiner zuverlässigen fachlichen Kompetenz und auch wegen der geduldigen aufmerksamen Begleitung, was auch in der Wahl zum Vertrauenslehrer für die Unterstufe zum ausdruck kam.

Zur Verdeutlichung physikalischer Zusammenhänge baute Fröhlich immer wieder anschauliche Versuche nach eigenen Vorstellungen auf entwickelte selbst ein eigenes Experimentiergerät, mit dem die physikalischen Aussagen in eindrucksvoller Weise bestätigt werden konnten. Er half auch planerisch und tatkräftig mit beim Aufbau der ersten schuleigenen Solaranlage. Sein besonderes Engagement galt dem Informatik-Unterricht.

So entwickelte er in mühevoller Pionierarbeit eine Datenbank für die Inventarisierung und Pflege des Bestands naturwissenschaftlicher Sammlungen und ein Notenverwaltungsprogramm für die Lehrkräfte. Als jahrelanger Sammlungsleiter für die audiovisuellen Medien der Schule war er ein aufmerksamer Ansprechpartner für seine Kollegen. Deren Vorstellungen und Wünsche erfüllte er im Rahmen seiner engen finanziellen Spielräume zuverlässig und mit Umsicht.

Seit einigen Jahren befasst sich Fröhlich mehr und mehr mit theoretischer Astrophysik, speziell mit kosmologischen Überlegungen zu Paralleluniversen. Hierzu reist er zu akademischen Tagungen und verfasst wissenschaftliche Abhandlungen.
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