Projekt für Berufsrückkehrerinnen stößt im Jugendhilfeausschuss auf Skepsis
Geld fehlt an der Basis

Lokales
Tirschenreuth
14.10.2014
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Keine große Begeisterung erntete das Projekt "Pro Business" der Agentur für Arbeit im Jugendhilfeausschuss. Vor allem die damit verbundenen Kosten - der Landkreis soll zwei Jahre lang jeweils 27 800 Euro beisteuern - schreckte ab. Mit knapper Mehrheit empfahlen die Mitglieder, maximal ein Drittel der geforderten Summe zu übernehmen und zu versuchen, den Rest über eine Beteiligung der Wirtschaft zu erhalten.

Denn die Firmen sollen auch von dem Projekt profitieren, das im Einzugsgebiet der Landkreise Neustadt/WN, Tirschenreuth und der Stadt Weiden geplant ist. Der Anteil der Kommunen würde gedrittelt. "Wir wollen Probleme für Berufsrückkehrerinnen beseitigen", warb Margot Salfetter für das Anliegen. Speziell bei der Kinderbetreuung seien strukturelle Verbesserungen nötig, etwa in Rand- und Ferienzeiten. Auch die Pflege von Angehörigen stelle viele Frauen, die arbeiten wollen, vor große Schwierigkeiten.

Die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Weidener Agentur nannte als Hauptziel, ein Netzwerk an Betreuungspersonal auch für Notfälle zu schaffen. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt, kostet mit zwei Vollzeit- und einer Teilzeitstelle insgesamt 334 000 Euro und würde zur Hälfte von der Arbeitsagentur finanziert. Als Befürworter der kommunalen Zusammenarbeit fiel es Landrat Wolfgang Lippert schwer, nein zum Projekt zu sagen: "Aber das Geld ...", verwies er auf den Sparzwang im Landkreis-Haushalt.

"Wir können nicht alles finanzieren, was sinnvoll wäre", betonte Bernhard Söllner. "Das ganze Projekt hilft Müttern nichts, wenn sie für die Betreuung einfach niemanden haben", stellte Nicole Mickisch fest. Albert Müller, Leiter des Kreisjugendamtes, bestätigte viele vergebliche Versuche, Personal zu finden: "Bei der Tagespflege deckt sich das Angebot nicht mit dem Bedarf." Petra Sommer-Stark stellte fest, das für das Projekt ausgegebene Geld fehle bei den Leuten, die an der Basis arbeiten: "Vor lauter Netzwerken sehen wir nicht mehr, wo wir hingehen."
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