Qualität hat ihren Preis

Geräucherte Forellen am Fuße des Kirchturms waren am Samstag einer der Renner des Bauernmarktes in Tirschenreuth. Bild: kro
Lokales
Tirschenreuth
20.09.2015
7
0

Hier ein bisschen naschen, dort ein Häppchen probieren und da etwas mit der Standl-Frau über die Frische der Produkte reden. So ein Bauernmarkt bietet mehr als nur einen Gang durch Warenregale. Ein Einkaufserlebnis - nicht nur für Kunden.

Die Sonne lachte, als der Vorsitzende der landwirtschaftlichen Direktvermarkter, Stefan Schlötzer, am Samstag auf dem Tirschenreuther Marktplatz den mittlerweile 19. Bauernmarkt eröffnete. 2. Bürgermeister Peter Gold rechnete nicht nur angesichts des tollen Wetters mit vielen Besuchern und guten Geschäften. Denn potenzielle Kunden könnten bei diesem Bauernmarkt direkt mit dem Erzeuger ins Gespräch kommen.

Gold betonte, dass eine gute Qualität, und die lieferten die Landwirte, ihren Preis habe. Ein fairer Handel sei wichtig - nicht nur national, sondern weltweit. BBV-Kreisobmann Ely Eibisch, der auch die Grüße des verhinderten Landrats Wolfgang Lippert überbrachte, verwies darauf, das die Landwirtschaft aktuell in einer sehr schwierigen Phase sei.

"Niedrige Preise, aber immer höhere Anforderungen, das passt nicht zusammen." Die Lebensmittelproduktion werde wohl abwandern, wenn nicht eine Trendwende einsetze. Der Bauernverband setze auf solche Bauernmärkte, weil hier der Kunde mit dem Erzeuger persönlich zusammen und so ins Gespräch komme. Hauswirtschaftsdirektorin Doris Eckl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wies darauf hin, dass der Genuss und der Geschmack beim Kauf von Lebensmitteln ganz oben stehe.

Hier beim Bauernmarkt könne alles probiert und getestet werden. Sie appellierte an die Direktvermarkter, nicht nur auf eine schöne Präsentation zu achten. "Wenn die Ware angenehm riecht und probiert werden kann, ist der Kunde eher bereit, zu kaufen und schaut dabei nicht zuerst auf den Preis." Sie forderte die Direktvermarkter deshalb auf, noch mehr die Sinne zu schärfen, den Kunden zu beobachten und nach seinen Vorlieben zu fragen. "Denn sie haben hier eine besondere Kundschaft, die bewusst den Kontakt zum Erzeuger sucht."

Mehr als 30 Direktvermarkter präsentierten am oberen Marktplatz ihre regionalen Waren. Die Palette war vielfältig und reichte von ofenfrischen Räucherforellen bis hin zu Obst und Gemüse, Fleisch und Wurstwaren über Imkereiprodukte und Backwaren bis zu Fruchtaufstrichen und Obstbränden. Ob kalte oder warme Gerichte, für jeden Gaumen war gesorgt.

Der "Eine-Welt-Laden" schenkte Kaffee aus "fairem Handel" aus, der Obst- und Gartenbauverein lud zum Pflanzentausch ein. Die Landfrauen hatten selbst gemachte Kartoffelstempel vorbereitet, der Arbeitskreis Historisches Handwerk war mit Besen binden und Stricke schlagen, zwei alten Handwerksberufen, dabei. Die Tirschenreuther Stadtkapelle und am Nachmittag die Combo der Kreismusikschule sorgten für den nötigen musikalischen Kurzweil.
Weitere Beiträge zu den Themen: September 2015 (7742)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.