Rettung kennt keine Grenzen

Rettungskräfte des BRK-Kreisverbandes Tirschenreuth versorgen die Mimen und transportieren sie gemeinsam mit den tschechischen Feuerwehrleuten ab. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
18.06.2015
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"Zugunglück mit mindestens 30 verletzen Schülern nahe des Grenzübergangs Asch auf tschechischer Seite." Die Meldung klang dramatisch, war dann aber nur ein Übungsalarm. Sicher nicht der letzte.

Mit drei Rettungswagen beteiligte sich er BRK-Kreisverband an einer Übung der tschechischen Kollegen und folgten damit der spontanen Einladung des Leiters Rettungsdienst im Kreis Karlsbad, David Steindl. Viel Erfahrungen konnten die deutschen Einsatzkräfte auf tschechischer Seite sammeln - vom unwegsamen Gelände und anfänglichen Sprachbarrieren abgesehen. "Das war sicher nicht die letzte gemeinsame Übung", bestätigte Manfred Maurer, der Leiter Rettungsdienst im BRK-Kreisverband Tirschenreuth.

Ausgangspunkt war die Rettungswache in Asch. Während sich die Besatzung des BRK um Einsatzleiter Manfred Maurer ehrenamtlich an der Übung beteiligte, sind der Rettungsdienst und die Feuerwehr in Tschechien rein hauptamtlich organisiert.

Als Übungsszenario wurde ein eigens zur Verfügung gestellter Zug der Regionalbahn auf einer stillgelegten Bahnstrecke nahe des Grenzübergangs Asch rund 500 Meter im Wald platziert. Als Mimen stellten sich 30 Schüler des Gymnasiums in Asch zur Verfügung, die vom Tschechischen Roten Kreuz als Verletzte geschminkt wurden.

Erste Herausforderung war bereits die Anfahrt zur Unfallstelle. Diese endete für die Rettungsdienstfahrzeuge am Waldrand. Somit mussten sämtliches Equipment zur Einsatzstelle getragen werden. Ab hier arbeiteten die BRK-Rettungswachen Tirschenreuth und Waldsassen Hand in Hand mit den tschechischen Kollegen und brachten neben Notfallrucksack auch Tragen und Immobilisationsmaterial zu den Verletzten.

Anders als es in Deutschland übernimmt in Tschechien die Feuerwehr die Bergung der Verletzten erst, wenn eine Erste-Triage und Fixierung durch den Rettungsdienst erfolgt ist. Im Zusammenspiel mit den tschechischen Kollegen passten sich die deutschen Einsatzkräfte schnell der Vorgehensweise an. Gemeinsam wurden Aderpressen angelegt und Patienten auf speziellen Tragen oder Vakuummatratzen fixiert. Die "Unfallopfer" wurden erst zu einer Sammelstelle und erneuter ärztlicher Versorgung ins Krankenhaus gebracht.

In der Nachbesprechung betonte David Steindl die reibungslose Zusammenarbeit mit den deutschen Einsatzkräften, erwähnte aber auch, dass die sprachlichen Schwierigkeiten Motivation für beide Seiten sein sollte, mehr im grenzübergreifenden Rettungsdienst aufeinander zuzugehen, um im Schadensfall schnell länderübergreifend tätig werden zu können.

Die Einsatzkräfte des BRK-Kreisverband Tirschenreuth schätzten die interessante Übung sehr, ebenso wie den Einblick in die Standards des benachbarten Rettungsdienstes. Nach den guten Erfahrungen und entstandenen Kontakten wird es weitere gegenseitige Einladungen zu Übungen geben, teilten beide Leiter Rettungsdienst mit. Außerdem stellt der Rettungsdienst des Karlsbad Kreises zur "Rescu 2015" in Waldsassen einen Rettungswagen zur Verfügung, um bei einer Verkehrsunfallübung die Kompatibilität der Systeme darzustellen. Gegenseitige Praktika wurden noch für dieses Jahr vereinbart. So werden voraussichtlich im Sommer mehrere Studenten der Uni Pilsen ein mehrmonatiges Praktikum im Rettungsdienst und Krankentransport absolvieren.
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