Rezept für wohnortnahe Medizin

Übe die Sorgen und Nöte des Gesundheitswesens informierten sich MdB Reiner Meier und MdL Tobias Reiß unter anderem an den Krankenhäusern in Tirschenreuth und Waldsassen (unser Bild). Bild: kgg
Lokales
Tirschenreuth
28.12.2014
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Allein beim gegenseitigen Aussprechen von guten Wünschen zum Jahreswechsel blieb es beim Besuch der CSU-Politiker im Krankenhaus nicht. MdB Reiner Meier und MdL Tobias Reiß mussten sich anhören, woran es im Gesundheitswesen aus ärztlicher Sicht her krankt.

Bei dem gut einstündigen Gespräch im Krankenhaus Tirschenreuth erläuterte Prokurist Manfred Tretter die aktuelle Entwicklung im Haus. Mit der Besetzung der beiden Chefarztpositionen in der Gastroenterologie (seit September 2014) und in der Kardiologie (ab April 2015) und mit der neuen Klinik für spezielle Chirurgie und Endoprothetik unter der Leitung von Professor Dr. Rudolf Ascherl sei die Region Nord medizinisch wieder bestens aufgestellt.

Gesundheitszentrum

Steigende Leistungszahlen und eine gute Belegung werden hervorragend vom gesamten Personal bewältigt. Mit Fertigstellung der neuen Intensivstation im März 2015 würden auch die baulichen Voraussetzungen verbessert. Die neuen Arztpraxen, die nach der Jahreswende sukzessiv von fünf niedergelassenen Ärzten bezogen werden, rundeten das Bild eines Gesundheitszentrums ab.

Die Problematik der erforderlichen ausreichenden Krankenhausfinanzierung sah auch MdB Reiner Meier, der eine wohnortnahe und flächendeckende Versorgung für die Bevölkerung als unabdingbar bezeichnete. 2. Bürgermeister Peter Gold bedankte sich auch für die Leistungen des Personals während des ganzen Jahres. Die Probleme der Notarztversorgung, bei der sich auch die Krankenhausärzte mit einbringen, und der hohe bürokratische Dokumentationsaufwand bei der Versorgung der Patienten wurden ebenfalls diskutiert. Tobias Reis wies auch auf die Fördermittel des Freistaats hin.

Anschließend ging es ins Krankenhaus Waldsassen. "Wir haben dieses Haus hier weiter entwickelt", verwies Tretter auf den weiteren Facharzt für Gynäkologie. "Ein Hand-Chirurg aus Regensburg operiert im Krankenhaus und im Medizinischen Versorgungszentrum Stiftland nebenan sind zwei weitere Fachärzte angestellt."

Gut aufgestellt

Die Kliniken Nordoberpfalz AG habe mit einem neuen Mammografie-Gerät auch 2014 wieder in die medizintechnische Ausstattung investiert. "Wir sind insgesamt mit den Rehabilitationsleistungen in der Orthopädie und dem akut-stationärem Spektrum gut aufgestellt und hoffen, dass wir die Leistungen am Standort Waldsassen auch künftig anbieten können, wenn hier die politischen Rahmenbedingungen stimmen", dankte Tretter den beiden Abgeordneten für ihren Einsatz, eine ausreichende Finanzierung zu erreichen.

Wie MdB Reiner Meier sagte, werde in Waldsassen und dem Klinikum Nordoberpfalz schon lange das praktiziert, was die Politik so vorgibt. Von der politischen Seite her mache man sich mit dem Koalitionspartner stark dafür, die Krankenhausversorgung auf dem flachen Land und besonders in der nördlichen Oberpfalz zu stärken. Meier war schon etwas stolz darauf, dass auch dank seines Einsatzes der Versorgungszuschlag auf die stationären Vergütungen drei Jahre weiterhin gesichert bleibt.

Der Abgeordnete unterstrich hier auch die notwendige Zusammenarbeit des Bundes mit den Ländern, die über ihre Haushalte die Investitionskosten der Krankenhäuser finanzieren. Bürgermeister Sommer betonte, dass vieles gemeinsam angepackt werden müsse, wenn man eine gute ärztliche Versorgung flächendeckend und wohnortnah anbieten wolle. Waldsassen sei zwar ein kleines, aber noch immer feines Haus.

Die Zusammenarbeit funktioniere in Waldsassen fast wie auf Zuruf. Der Eingangsbereich des Krankenhauses mit seinem vorher unebenen Pflaster sei gemeinsam über die Bühne gebracht worden und die einst vom heute schwer erkrankten Stadtrat Walter Tippmann noch angeregte Ampel sei nun auch Wirklichkeit geworden.

Was die Orthopädische Reha mit Chefärztin Elisabeth Eißner betreffe, so habe diese weit über den Landkreis hinaus einen guten Namen. Darauf sei man auch als Stadt stolz. Sommer dankte der Ärzteschaft, Verwaltung und Personal für die gute Arbeit. Dies unterstrich auch stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler, der Spezialisierung besonders hervor hob. "Vom Waldsassener Haus hört man nur Gutes."

Sorge um Nachwuchs

Bei der Gesprächsrunde wurde auch die grenzüberschreitende ärztliche Zusammenarbeit von MdB Reiner Meier, MdL Tobias Reiß und den Ärzten diskutiert. Chefarzt Dr. Manfred Brückner sprach die Sorge um den ärztlichen Nachwuchs, Chefärztin Elisabeth Eißner die Weiterqualifizierung des Personals in Sachen Rehabilitation an. Insgesamt war Tenor, dass die Qualität der Patientenversorgung auch von der Nachwuchsförderung bei den Ärzten durch ausreichende Studienplätze, und von qualifiziertem Personal abhängig ist.
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