Rückzugsräume für Bewohner

Sehr informativ gestaltete sich die Führung durch die Baustelle des Seniorenheims Ziegelanger. Am Ende gab es aus den Reihen des CSU-Ortsverbandes nicht nur viel Lob über das geplante neue Konzept sondern auch Lob über die bisher gemachten Erfahrungen mit der Betreuung der Bewohner. Bild: heb
Lokales
Tirschenreuth
31.10.2015
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Lärm im Seniorenheim kann auch was Gutes sein. Im "Haus Ziegelanger" verdeutlicht die Geräuschkulisse den laufenden Umbau. Der interessiert die Senioren und auch die CSU.

Eine Menge Organisation und Planung waren im Vorfeld der Umbauarbeiten im Seniorenheim Ziegelanger nötig. Doch jetzt sind die Arbeiten im vollen Gange, oft genau beobachtet von den Heimbewohnern. Denn viele von ihnen kennen die Arbeiten aus ihrem früheren Berufsleben und haben den einen oder anderen wertvollen Ratschlag. Außerdem ist so täglich für neuen Gesprächsstoff gesorgt.

Kreisgeschäftsführer Holger Schedl, Einrichtungsleiter Carsten Gleißner-Lieske und Stellvertreterin Nicole Rischer-Bäumler nahmen sich für die "CSU auf Tour" gerne die Zeit für die Führung durch das Haus und informierten über das angestrebte Konzept, die geplanten Neuerungen und den gegenwärtigen Stand der Bauarbeiten.

Würdiges Wohnen

Die künftige Ausrichtung der Wohnverhältnisse richte sich nach neuesten Erkenntnissen und passe sich den veränderten Lebenssituationen an. Priorität habe das würdige Wohnen und die notwendige würdige Betreuung der Senioren. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) sei in der Lage, diese durchaus anspruchsvolle Leistung zu erbringen und dürfe diesbezüglich als "Marke" gesehen werden. Geplant ist etwa, dass es nach der Sanierung keine Mehrbettzimmer mehr geben soll. Außer es seien Ehepartner, die ein Partnerzimmer bevorzugen würden oder im Gerontobereich. Hier sei ein positiver Effekt gegeben, wenn die erkrankten Bewohner nicht alleine seien.

Anders als früher würden nun sogenannte Wohngemeinschaften angestrebt. In zusammengeschlossenen Wohneinheiten, jede mit einer Küche, Gemeinschaftsraum und jeweils eigenem Schlafzimmern ausgestattet, solle auch immer ein BRK-Mitarbeiter anwesend sein. Natürlich soll für jeden der Bewohner ein eigenes Zimmer als Rückzugsraum gewährleistet sein. Angestrebt seien Hausgemeinschaften, in denen Mithilfe erlaubt, aber kein Muss ist. Die Eigenständigkeit solle nach Möglichkeit erhalten bleiben. Hier gelte die Devise: "Soviel Eigenständigkeit wie möglich, aber soviel Unterstützung und Pflege wie nötig."

Familiäre Struktur

Entstehen solle eine familiäre Struktur in den Hausgemeinschaften mit fürsorglicher Betreuung durch die BRK-Mitarbeiter. Das Haus Frohnwiesen in Plößberg sei mit diesem Konzept schon sehr erfolgreich. Das frühere Schreckgespenst "ins Heim zu müssen oder die Angehörigen ins Heim geben zu müssen" solle endlich verbannt werden. Das Seniorenheim solle offen stehen für alle Besucher. Die Leitung denkt sogar über eine Art "Wirtshaus" nach, in dem sich die Bewohner des Seniorenheims auch mit den vorbei kommenden Besuchern treffen können.

Immerhin sind für die Sanierung 4,7 Millionen Euro eingeplant, erklärte Holger Schedl. Sind die Arbeiten am Haus erledigt, soll im hinteren Bereich des Hauses noch ein zweiter identischer Teil entstehen und für viel Platz sorgen. Dieser wird auch dringend benötigt, denn die zum BRK gehörenden Häuser sind sämtlich voll belegt.
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