Schicksalshafte Jahre

Das Bild des "kleinen Soldaten" ist ein Fotoauszug aus "Damals in Tirschenreuth", Band 3, von Eberhard Polland. Dazu schreibt der Autor: "Damals war der kleine Tirschenreuther wohl mächtig stolz, als er in die Uniform seines Onkels schlüpfen durfte. Leider wurde aus dem Spiel bald bitterer Ernst."
Lokales
Tirschenreuth
19.11.2015
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Eberhard Polland forscht in der Geschichte der Kreisstadt. Dabei kommen interessante Bücher heraus. Der dritte Band der Reihe "Damals in Tirschenreuth" geht ein schweres Thema an: Die Zeit des Nationalsozialismus.

Von vielen Einheimischen, aber auch weggezogenen Tirschenreuthern, wird der dritte Band aus der Reihe "Damals in Tirschenreuth" von Eberhard Polland schon sehnlichst erwartet. Jetzt ist es endlich soweit. Ab Mittwoch, 25. November, kann das neue Buch in der St.-Peter-Buchhandlung, den beiden Schreibwarengeschäften Häckl und Weinmann, sowie bei Eberhard Polland in der Hübelstraße 19 für 19,80 Euro erworben werden. Eberhard Polland hat sich dieses Mal mit den 20er Jahren und dem anschließenden Nationalsozialismus beschäftigt. Über 200 Fotos zeigen das damalige Gesicht der Stadt und ihrer Bewohner. Auf 160 Seiten versucht er, die damalige Zeit etwas aufzuarbeiten.

Keine Anklage

Wie es seiner Art entspricht, will er nicht anklagen, aber doch auch nicht verschweigen, dass "es auch in Tirschenreuth Personen gab, die den Nationalsozialismus verherrlichten und dementsprechend rücksichtslos mit ihren Mitmenschen umgingen". Auch diese schicksalhaften Jahre gehören zur Stadt und dürfen nicht vergessen werden. Jetzt, 70 Jahre nach Kriegsende, ist es an der Zeit, auch diese schwierige Thematik in Angriff zu nehmen.

Dementsprechend hat der Stadtheimatpfleger fleißig Fotos gesammelt und mit vielen Leuten gesprochen, um dann alles in Geschichten zu verpacken. Polland informiert über die Hitler-Jugend, über "Uniformträger, die das Straßenbild bestimmten", weiß vom Reichsarbeitsdienst, der zwar für Vollbeschäftigung sorgte, verschweigt aber auch die schweren Folgen nicht. 480 junge Tirschenreuther kamen nach 1945 nicht mehr aus dem verheerenden 2. Weltkrieg nach Hause. Eine schwierige Thematik, von Eberhard Polland sensibel aufbereitet.
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