Schließung keine Alternative

Mit dem Betrieb der Jugendherberge Tannenlohe hat der Landkreis eigentlich nichts zu tun, aber er muss für den "großen Gebäudeunterhalt" sorgen. Und das ist teuer. Bild: hfz
Lokales
Tirschenreuth
25.06.2015
9
0

Es ist die beste Verhandlungsposition nicht, wenn man Druck machen soll ohne ein Druckmittel. In Sachen Tannenlohe versucht es der Landkreis dennoch. Ob das Jugendherbergswerk da mitspielt?

"Äußerst ungünstige Bedingungen" hatte der Rechnungsprüfungsausschuss beim Überlassungsvertrag für die Jugendherberge Tannenlohe ausgemacht. Der ist auf unbegrenzte Zeit geschlossen und nur bei wichtigem Grund kündbar.

Im Zuge der Gebietsreform hatte der Landkreis Tirschenreuth die damals auf Neustädter Grund stehende Jugendherberge übernommen, einen Neubau hingestellt, den Betrieb an den Bayerischen Jugendherbergsverband verpachtet und sich bereit erklärt, für den großen Gebäudeunterhalt zu sorgen.

"Das muss unbedingt geändert werden", forderte jetzt der Ausschuss unter Vorsitz von Dr. Benjamin Zeitler deshalb Landrat Wolfgang Lippert auf, bessere Bedingungen auszuhandeln. "Angesichts der immer schwierigeren Betriebssituation und anstehender Großinvestitionen beinhaltet dieser Vertrag große finanzielle Risiken."

Nur tut sich der Landkreis schwer, wie der Landrat und sein Kämmerer Klaus Pöllmann unisono erklärten. Die Bereitschaft aufseiten des Jugendherbergswerkes tendiere gegen Null. Der Pachtvertrag sei tatsächlich nahezu unkündbar. "Da fehlt uns das Druckmittel." Schon vor zwei Jahren hatte der Landkreis versucht, eine günstigere Regelung auszuhandeln. Damals musste überraschend die Heizungsanlage erneuert werden und wollte der Landkreis die Kosten nicht komplett übernehmen. Doch vergebens. Im Gegenzug hatte das Jugendherbergswerk erklärt, Tannenlohe dann halt nicht mehr zu belegen.

Am Gewinn beteiligen

CSU-Sprecher Toni Dutz hielt nichts von "Schaufenster-Beschlüssen". "Wir brauchen die Jugendherberge, die Alternative wäre die Schließung." Dennoch will Landrat Lippert versuchen, eine Gewinnbeteiligung für den Landkreis auszuhandeln. "Dann könnten wir etwas zurücklegen für die notwendigen Investitionen."
Weitere Beiträge zu den Themen: Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.