Schöner und auch günstiger

Der Zweckbau lässt sich zwar nicht verleugnen, weist aber ein edles Gewand auf. Bild: Grüner
Lokales
Tirschenreuth
18.12.2014
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Blauer Himmel und Temperaturen wie Anfang März. Wer denkt da an glatte Straßen und Winter? Die Mitarbeiter des Kreisbauhofs ordern das Streusalz für die kalte Jahreszeit schon im Sommer. Jetzt übergab der Landrat die neue Lagerhalle für die weißen Körnchen ihrer Bestimmung.

Dass ein Zweckbau nicht hässlich sein muss, bewies die Ingenieur-Gesellschaft Lehner und Baumgärtner aus Lohnsitz. Beim Neubau der Streugutlagerhalle zeigte sie großes Geschick in Richtung Design und schuf ein ansehnliches Bauwerk.

Und ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk hatten die Verantwortlichen zusätzlich in petto, schließlich unterschritten sie mit 450 000 Euro die Baukosten beträchtlich. Die Außenanlage schlägt mit etwa 280 000 Euro zu Buche.

Dem Salz standhalten

Das Bauwerk wurde in seinem Erscheinungsbild an die bereits 2012 errichtete Fahrzeughalle angepasst. Das augenfälligste daran ist die Außenwandverkleidung aus Lärchenholz, die das 36 Meter lange und 19 Meter breite Gebäude richtig edel dastehen lässt. Erst darunter kommt der Zweckbau, der eine klare Aufgabe zu erfüllen hat: Möglichst lange dem aggressiven Streusalz standhalten.

Das beginnt beim 18 Zentimeter dicken Asphaltuntergrund, der sich laut Architekt Ferdinand Lehner am besten für derartige Hallen bewährt hat. Wo Beton optimal erschien, wurde eine Spezialmischung verwendet. Wandriegel aus Holz, die innen mit Siebdruckplatten verkleidet sind, halten den kristallinen Entfroster von der Außenfassade fern. "Wir gehen nicht davon aus, dass in zehn Jahren schon wieder nachgebessert werden muss", sagte Lehner.

An der Längsseite sind noch zwei weitere Lagerräume für diverse andere Zwecke integriert. Die Dacheindeckung ist so ausgeführt, dass sie einer Photovoltaikanlage standhält. Für die Herstellung entsprechender Verkehrsflächen um die Streugutlagerhalle mussten 1500 Kubikmeter Erdreich ausgehoben und 4100 Quadratmeter Fläche mit einer ebenfalls 18 Zentimeter dicken Asphaltschicht versehen werden. Alle beteiligten Firmen sind in der Region ansässig. Die Bauzeit dauerte von April bis Ende November.

Für 2000 Tonnen

Die Dachkonstruktion besteht aus Satteldach-Holzbindern und weist eine Traufhöhe von sechs Metern auf. Damit ist die Halle groß und hoch genug, dass Lkws, die Streusalz bringen, direkt in der Halle abkippen können. Die alte Halle fasste 800 Tonnen Salz, in der neuen können maximal 2000 Tonnen gebunkert werden. Eine Menge, die bisher nur einmal gebraucht worden ist, im strengen Winter vor drei Jahren. 1800 Tonnen wurden jetzt bei der Erstbefüllung eingelagert.

Gegenüber der neuen Halle wurde eine 35 Meter lange, 4 Meter breite und 4 Meter hohe einseitige Überdachung zum Abstellen von Winterdienstanbaugeräten geschaffen. Weiter wurden fünf neue Schüttgut-Boxen in Lego-Bauweise mit 154 Betonblocksteinen aufgestellt.

Landrat Wolfgang Lippert sagte, dass sich die Halle mittelfristig amortisieren werde. Jetzt sei man endlich in der Lage, die komplette Salzmenge im Sommer zu ordern und das schlage sich gewaltig im Preis nieder.
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